Montag, 13. Februar 2012

So eine Riesenschei***

Kallista, Dandenong Ranges, Victoria, Australia


Hello again...!



diesmal versuche ich mal wieder euch von unserem Leben zwischen Himmel, Hölle, Wasser und Erde zu berichten. Die schlechten Neuigkeiten voran: UNSER AUTO IST SCHROTT!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Gute Nachricht: Wir haben Arbeit. Seit vorletzter Woche Donnerstag sind wir auf einer holländischen Blumenfarm gelandet, auf der wir Pakete mit Blumenzwiebeln bestücken. Die Pakete werden in alle Ecken Autsraliens geschickt und dort gepflanzt und verkauft. Der erste Tag war toll. Wir haben verschiedene Pakete gepackt und hatten das Radio während der Arbeit laufen. Der zweite Tag war auch okay. Etwas andere Aufgaben, aber der gleiche Radiosender. Dann hatten wir Wochenende und sind ans Meer gefahren. Toller Surf und wunderschönes Wetter. Am Sonntagabend habe ich dann einen Hexenschuss bekommen und konnte leider Montag und DIenstag nicht zur Arbeit gehen, sondern bin bewegungslos im Bett geblieben. JA, wir haben Betten :) wir wohnen nämlich in der Nähe von Melbourne bei den Eltern von Sam und TAnja, die wir am Anfang unserer Reise kennengelernt haben. Wahnsinnig liebe Menschen, die uns sofort mit offenen Armen aufgenommen haben und seitdem immer für uns da sind. Tim und Martine kommen eigentlich aus England und sind vor 40 Jahren nach Australien gezogen. Das Haus in dem wir nun mit der Familie Spencer wohnen, liegt direkt im Regenwald an einem sehr steilen Hang (schlecht für unser Auto). Jeden Tag laufen hier Possums auf dem Balkon herum oder Papageien sitzen auf der Brüstung und gucken durch die Scheiben. Sehr schön ist auch der Blick, den man beim Abwaschen hat. Leider ist die Geschirrspülmaschine kaputt und hier dinnieren oftmals mehr als 10 Personen. Roland und ich waschen meistens ab, damit wir wenigstens einen kleinen Beitrag leisten können. Gekocht wird auch meist von uns. Die Australier sind begeistert von unserer Küche :) heute gibt es PIES(!!!) eine ganz tolle Geschichte, die es in Deutschland leider nicht gibt, aber bald geben wird. Roland und ich werden einen Pieshop eröffnen, wenn wir wieder zu Hause sind. Ihr werdet unsere Versuchskaninchen sein und danach die besten Kunden unseres weltweiten Pieimperiums sein :)))


Achso...ich war ja noch dabei von unserer Arbeit zu erzählen. So viel spannendes gibt es leider nicht. Es ist nämlich JEDEN Tag das Gleiche. Mittlerweile sind die Bestellungen ziemlich ähnlich und der RAdiosender raubt einem den letzten Nerv. JEden TAg werden ca zehn Songs abwechselnd gespielt. Heute lag der Rekord zwischen ein und demselben Lied bei 15 Minuten Abstand. Herrlich. Aber wir beschweren uns nicht, denn die Firma ist toll. Wir werden verhältnismäßig sehr sehr gut bezahlt und haben letzte Woche sogar einmal eine Riesenportion Pommes spendiert bekommen. Also durchhalten und freuen. 


Am vergangenen Samstag waren wir auf Tanjas Geburtstagsparty eingeladen. Es war ein "Mad Hatter´s Teaparty". Also die Teeparty, die bei "Alice im Wunderland" vom Hutmacher gegeben wird. Das war richtig schön. Wir mussten uns verkleiden und haben dann in einer Hütte im Wald gefeiert. Die Party startete um zwei Uhr nachmittags und um sechs Uhr abends waren die meisten männlichen Besucher betrunken. Wir Mädels haben dann irgendwann die Autos umgeparkt und als wir zurückkamen, sind wir rechtzeitig zum Spiel des Abends gekommen. Axtwerfen im Dunkeln war angesagt. Mmhhhh....! Ob das so eine clevere Sache ist? Teilweise. Die Jungs hatten ihren Spaß und als Roland mal wieder an der Reihe war, war das Spiel beendet. Die Axt ist nämlich im Busch gelandet und wurde nimmer mehr gesehen. Dafür konnten sich die Hasen, Grinsekatzen und anderen Gestalten wieder dem Punsch widmen. Um zwölf war die gesammelte Manschaft im Bett. Es ist viel besser früh anzufangen. Dann ist man am nächsten Tag richtig frisch. Wir waren schwimmen (richtig und nicht plantschen), spazieren und Brombeeren pflücken. Und Auto verschrotten. 


Hier noch ein die Zusammenfassung von irgendwann und irgendwo nach nirgendwo. 







Cape Le Grand National Park, 10.01.2012

Juhuuu...wir haben es geschafft und haben mit 'etwas' Verspätung nach sieben Wochen in einem richtigen Haus mit Dach, Bett, Bad, Küche und fließend Wasser die Weiterreise antreten können. Einen Abend vor unserer Abreise aus Cowaramup, eines der schönsten Orte der Welt, haben wir bemerkt, dass unsere Stoßstange durch die ständige Belastung auf den Holperstraßen abgebrochen war. Glücklicherweise haben wir einen Mechaniker gefunden, der den Schaden zügig reparieren konnte und uns auch nur 40 $ (!!!!!) berechnet hat. Mal wieder Schwein gehabt. Also konnten wir zwei Tage später unser Lager bei dem besten Mitbewohner der Welt (Ben) abbauen und Richtung Südosten aufbrechen. Der Wetterbericht sah nicht einladend aus, aber da die letzten zwei Wochen schon von Gewittern, Stürmen und Starkregenfällen geprägt waren, konnten wir auf Sonnenschein nicht mehr warten. Die Temperaturen spinnen auch ein wenig. Normalerweise sollten um diese Zeit Temperaturen von 30-40 Grad vorherrschen, aber der Hochsommer lässt sehr auf sich warten. Halb so wild, wir haben ja ein Auto. Problematisch wird es nur, wenn es regnet UND stürmt. Dann können wir nicht kochen, kommen nicht aus dem Auto, dementsprechend wird es auch schwer unseren ganzen Krimskrams von der Liegefläche auf die Fahrersitze zu laden. Wenn es trotzdem geschafft ist, dann sind wir im Bett gefangen. Aber....wir haben ja Glück. Mehr später.

Unser erster Stop war Pemberton. Es war geplant, dass wir zusammen den Gloucester Tree besteigen, aber nur Roland ist bis zum Gipfel vorgedrungen. 61 Meter hoch an einem Stamm klettern. Ich hätte es mir sehr viel einfacher vorgestellt, aber Pustekuchen....nach einem Drittel musste ich aufgeben. Die Stangen, die zum Klettern aus dem Stamm ragten, verschwommen vor den Augen und die Hände waren nicht mehr zu 100% trocken. Darum beschloss ich schöne Fotos von unten zu machen. Roland ist mein Held! Er hat es geschafft. Als er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, war er einerseits sehr begeistert von dem herrlichen Blick, den man von der Plattform auf den enormen Wald hat, andererseits sah man auch ihm die Anstrengung der Gipfelerklimmung an. Kein Wunder...! Toll gemacht :)

Nach unserer ersten Nacht (regenfrei) ohne feste Wände in Crystal Springs, einem tollen kleinen gratis Campingplatz bei Walpole, war führte uns der Weg in einen Karri Forest, der so unglaublich schön ist, dass man während des ganzen Rundgangs nicht einmal dazu kommt den Mund zu schließen. Boooaaahhhh.....! Die größte Attraktion in dem Wald ist ein riesiger Tingle Tree. Er hat einen hohlen Stamm und ist so geräumig, dass man sogar im Inneren leben könnte.

Weiter ging der Touristentag. Kurze Zeit später waren wir schon vor den Toren des 'Valley of the Giants'. Karri Trees, die sehr sehr groß werden können, so weit das Auge reichte. Nachdem wir auf dem Weg dorthin auf der Straße eine giftige und sehr lange Western Brown Snake überfahren hatten, durften wir am Eingang des 'Valley of the Giants' sogar eine Schlange streicheln. Das reichte aber auch. Dann ging es 40 Meter in die Höhe. Zwischen den Bäumen war ein Metallgerüst gespannt, auf dem man in luftiger Höhe zwischen den Baumwipfeln entlangspazieren konnte. Das war hoch und teilweise sehr wackelig. Aber tausendmal besser als der einzelne Baum in Pemberton.

Am frühen Nachmittag erreichten wir Albany und haben dort die lokalen Attraktionen besichtigt. Zwischen den immer stärker werdenden Schauern haben wir die schönsten Strände, die man sich vorstellen kann, im Sonnenschein gesehen. Überall rund um Albany verschlägt es einem die Sprache. Besonders, wenn am Salmon Beach Delfine zu Begrüßung vorbeischwimmen und mit den Flossen winken. Die Stadt Albany ist im Gegensatz zu den meisten Städten in Western Australia auch sehr schön. An einem Hang gelegen und mit Gebäuden versehen, die teilweise sogar Charme haben, ist es eines unserer Favoriten geworden. Wir haben sogar überlegt aufgrund des schlechten Wetters eine Nacht in einem Backpacker Hostel zu bleiben und uns irgendwo etwas leckeres chinesisches zu Essen zu holen, aber dann hat uns doch die Vernunft eingeholt unhd wir sind weitergefahren. Eine Tankfüllung oder eine trockene Nacht? Definitiv Tankfüllung, wenn nicht gerade der Weltuntergang droht. In diesem Fall haben wir alles richtig gemacht, weil wir auf dem Weg nach Osten den tollsten Campingplatz der Welt entdeckt haben. 15 Kilometer von der Hauptstraße entfernt, nur über einen unasphaltierten Weg zu erreichen, findet man Betty´s Beach. Der Platz ist zwischen Februar und April geschlossen, da zu dieser Zeit die Lachsfischer dort Stellung beziehen. In einer kleinen Bucht direkt am Strand gelegen war der Platz sehr windgeschützt. Der erste Eindruck war super. Windgeschütze Ecken und viel Platz. Nach einer näheren Inspektion konnten wir unser Glück nicht fassen. Überall versteckt standen kleine Hütten und garagenartige Unterschlüpfe, die in der Lachsaison von den Fischern genutzt werden. Die meisten Häuschen waren verschlossen, aber wir haben unser kleines Paradies gefunden. Eine Hütte mit vorgebauter Garage, in der wir unser Auto parken konnten. So waren wir auf jeden Fall geschützt, wenn der Regen anfing. Das Highlight allerdings war, dass die angebaute Hütte nicht verschlossen war. Traumhaft! Es war zwar nur ein staubiger und karger Raum, aber als wir unser Lager mit Tisch, Stühlen, Kocher und Kerzen aufgebaut haben, wurde es zu einem Schloss. Besonders als der Regen auf das Dach prasselte und der Sturm an der Tür gerüttelt hat, fühlten wir uns wie die glücklichsten Menschen der Welt. Der nächste Tag war sonnig und wir wanderten und kletterten den ganzen Tag an der steinigen Küste entlang. Es war so schön, dass wir noch eine Nacht blieben und wieder sehr froh waren, weil das Tief, das Western Australia übereckte, kein Ende nahm.

Danach ging es direkt nach Esperance. Die letzte Stadt vor der Grenze zu South Australia. Dort mussten wir eine Nacht auf dem Campingplatz verbringen, weil der Nationalpark Cape Le Grand keine Übernachtungskapazitäten frei hatte. Eine gute Möglichkeit das Auto durchchecken zu lassen. Am Morgen habe ich noch schnell Kühlflüssigkeit nachgefüllt und gesehen, dass der Keilriemen nicht mehr sehr zuverlässig aussah. Okay, also den auch checken lassen. Die Inspektion verlief gut und eigentlich ist unser Wagen in einem erstaunlich guten Zustand. Perfekt! Ein neuer Keilriemen wurde bestellt und wir sind in der Wartezeit in den Nationalpark gefahren. Traumhaft!!! Der feinste Sand, den wir je gesehen haben. Ein blendend weißes Band, das sich am türkisen und vollkommen klaren Wasser entlanggewunden hat. Und am Strand waren überall Kängurus, die sich dort pudelwohl gefühlt haben. Nach zwei Tagen mussten wir leider zurück, weil eine neue Gewitterfront heranziehen sollte. Nachdem wir den Keilriemen eingebaut bekommen hatten sind wir dann schnell auf dem Highway nach Norseman gebraust. Die letzte Tankmöglichkeit vor der Nullabor Plain, die wir zu überqueren hatten. Die einzige Möglichkeit nach South Australia zu kommen. Nullabor kommt aus dem Lateinischen und bedeutet „keine Bäume“. Die Strecke ist ca. 900 KM lang und führt durch eine Gegend, die von vielen gefürchtet wird, weil es unglaublich langweilig sein soll, und sehr sehr heiß werden kann. Kein Schatten und nur einige Tankstellen auf der Strecke, die auf Leben und Menschen hinweisen. Wir waren auf das schlimmste gefasst. Aber wir hatten mal wieder großes Glück. Das Wettertief verfolgte uns und die Temperaturen stiegen nie über 25 Grad. Zwischendurch leichter erfrischender Regen und die Kühlbox hat gehalten. Die zwei Übernachtungen im Nichts auf der Strecke waren sehr ruhig. Da wir mal wieder keine Früchte oder Gemüse über die Grenze mitnehmen durften gab es zwei großartige Abendessen dank Resteververwertung.
Trotzdem waren wir sehr froh, als wir die erste menschliche Ansammlung und einen Supermarkt in Ceduna gefunden haben. Pünktlich bei unserer Ankunft kam die Sonne heraus und begrüßte uns in Südaustralien. Dort hatten wir gleich ein Vorstellungsgespräch in einem Hotel Super Bezahlung, Unterkunft für etwas 35 Euro pro Person pro Woche. Wäre eine Traumjob gewesen, aber leider war uns die Stundenanzahl, die wir in den ersten Wochen hätten arbeiten können, zu gering. Also ging es weiter.

Abends sind wir in Streaky Bay angekommen und haben unser Lager in einem Campingplatz direkt am Strand aufgebaut. Leider haben wir die Zeitumstellung irgendwie vertüddelt und die Uhr nicht weit genug nach vorn gestellt. Also gab es Abendessen irgendwann gegen Mitternacht. Zur Zeit sind wir Deutschland 9,5 Stunden voraus.
Der nächste Tag führte uns entlang der unglaublich schönen Küste von Streaky Bay. Etwas weiter südlich fanden wir nach sehr langer Suche unseren perfekten Platz für die Nacht. Der schönste Platz, den wir jeeeee hatten. Sheringa ist ein klitzekleiner Ort, der nur aus einem Miniaturgeschäft mit Bar und einer Tanksäule besteht. Aber das Internet sagte, man solle die einzige Straße Richtung Küste vom Highway nehmen und komme an einen kleinen Campspot am Wasser. Das wettergegerbte Männchen in der Bar bestätige die Aussage und versuchte uns frisch gefangene Austern zu verkaufen. Das sparten wir uns für den nächsten Tag auf.
Wir fanden abseits vom Hauptplatz, einige Kilometer weiter das Kliff hinauf, eine kleine geschützte Bucht, in der wir der Wagen direkt an den Strand stellen konnten. Mit einer großen Plane haben wir uns einen Wind- und Sonnenschutz gebaut und auf unserer felsigen Terasse ein paar wunderschöne Stunden verbracht. Delphine direkt vor der Haustür, Wellen, die einfach nur perfekt aussahen, weißer Sand unter den Füßen und ein Sonnenuntergang, der selbst dem stärksten Mann die Tränen in die Augen getrieben hätte.

Am nächsten Tag fanden wir einie Kilometer weiter den Geheimplatz der lokalen Surfszene. Durch Zufall. Wir hatten unseren Kram gerade wieder komplett verpackt und entschieden uns dazu nur ein wenig zu schwimmen und zu versuchen Fisch oder Abalone für das nächste Abendessen zu fangen. Das Wasser ist übrligens ARSCHkalt hier. Sorry, aber anders kann man esnicht ausdrücke. Die Haie fühlen sich auch plaudelwohl hier. So wie wir. Leider gab es keinen Fisch zum Abendessen. Dafür wurden wir von einem Mädel gefragt, ob wir etwas gefangen hätten. Wir kamen ins Gespräch und lernten später noch ihren Ehemann kennen. Rachel und Snigy haben uns seit dem Moment nicht mehr aus den Augen gelassen. Sie sagen, dass sie sich fühlen als hätten sie uns gekidnapped.
Snigy, passionierter Surfer, meinte, dass die Wellen am nächsten Tag episch werden sollten und wir auf keinen Fall vorher abreisen dürften. Wir entschieden uns dazu eine Nacht länger zu bleiben und wieder zu unsrem alten Platz zu fahren. Es gibt Schlimmeres. Vorher haben uns Rachel und Snigy noch auf ein Bier mit zu der kleinen Bar genommen. Es gab Bier und Austern. Und innerhalb einer halben Stunde hatte sich dieser Fleck im Nirgendwo so gefüllte, dass es kaum noch Platz gab. Sogar ein Verwandter von ZZ Top gesellte sich zu uns. Ein alter Fischer, der am Wochenende immer zum Fischen herkommt. Leider hat er einen Finger verloren, weil er allergisch gegen Schalentiere ist. Die meisten Leute kamen aus Port Lincoln oder Wangary, ca 100-200 KM entfernt. Mal wieder merkt man, dass Entfernungen hier wirklich eine sehr untergeordnete Rolle spielen.

Der nächste Tag brachte die ganze Meute wieder zusammen. Unser Führer, Snigy, wollte uns vor dem Surfen aber erst zeigen, wie man vernünftig nach Hummern und Abalone taucht. Ein voller Erfolg. Die dicksten drei Hummer der Welt und acht riesige Abalone waren die Beute, die Roland und Snigy aus dme Wasser mitbrachten. Umgerechnet etwa ein Wert von 1000 $. Ich habe es mir mit Rachel am Strand gemütlich gemacht und bei 40 Grad ziemlich geschwitzt.
Gestärkt mit vielen frischen Früchten, die unsere neuen Ernährer mitgebracht haben, ging es zum Surfspot. Für mich leider etwas zu krass, aber Roland hatte seinen Spaß. Super Wellen, Delphine im Line Up, und ein Seelöwe, der direkt vor seinen Augen einen Oktopus verspeist hat. Die Mädels waren schwimmen und haben auf die Seafoodbeute aufgepasst. Eintraumhafter Tag.
Abends statteten wir der Bar den nächsten Besuch ab und stärkten uns für die Weiterfahrt. Ganz selbstverständlich boten uns Rachel und Snigy einen Schlafplatz in ihrem Gästehaus an. „Nein“ sagen gilt hier nicht, also folgen wir den Beiden nach Wangary und bezogen unser kleines Häuschen. Wir hatten eh vor in Port Lincoln (ca. 50 KM entfernt von Wangary) zu arbeiten. Das passte gut.

Seitdem haben wir viele Bewerbungen verteilt und überall gefragt. Leider sind wir wieder einmal zur falschen Zeit auf Jobsuche. Die Thunfisch- und Austernsaison hat noch nicht gestartet und diese Region hat außer dem größten Fisch- und Austernumschlagsplatz nicht viel zu bieten. Wir geben und noch zwei Tage, und wenn wir bis dahin nichts bekommen haben, dann mussen wir weiter Richtung Adelaide fahren, wp gerade die Weinernte beginnt.
Die letzte Woche war toll! Wir haben viele interessante Menschen kennengelernt und jeden Abend wie Könige gegessen. Rachel und Snigy kümmern sich um uns und zeigen uns jeden Tag neue Highlights. Gestern haben wir 3-4 kg Muscheln (Cockels) gesammelt und werden sie heute essen. Nach dem Muschelsammelerfolg wurden wir gestern von den Beiden zum Essen ausgeführt. Sehr skurril, aber wir konnten uns nicht dagegen wehren. In Bar vom Coffin Bay Hotel haben wir einen wunderschönen Abend verbracht. Das Bierglas in der Hand wurde nie leer und die Bar wurde immer voller und voller. Das Beste war eine Verlosung, in der man sich eine Nummer kaufen konnte. Wenn das Glücksrad diese Nummer anzeigte (gedreht wurde das Rad von einem ca 70-jährigen strohblonden und langhaarigen Surfer und Austernfischer) konnte man sich eine Packung Grillfleisch aussuchen, das auf einem Tisch auslag. Rachel hat mit der Nummer 13 eine große Portion gewonnen. Wir hatten zusammen eine riesige Portion Seafood. Meine Güte, war das lecker. Besonders, weil wir über zwei Stunden auf das Essen gewartet hatten. Auf dem Rückweg hat uns ein Freund der Familie gefahren. Jimmy, der Grieche. Leider war das Auto so voll, dass Snigy im Kofferraum mitfahren musste. Eigentlich hatten wir um halb elf nachts noch einen Termin mit dem Bürgermeister, aber als wir dort ankamen, hat er wohl schon geschlafen. Schade.

Roland ist gerade aufgestanden. Es ist 12 Uhr!!! Gleich fahren wir zum Gallipoli Strand. Dort hat Jimmy der Grieche bei einem Film mitgespielt. Er musste einen Griechen und einen Türken gleichzeitig spielen.

Leider werde ich immer wieder aus dem Netz geschmissen. Ich hoffe, dass beim nächsten Mal mehr Zeit bleibt, um unseren Trip von Rachel und Sniggy in South Australia nach Melbourne zu beschreiben.

Bis bald...wir vermissen euch sehr....!

Samstag, 31. Dezember 2011

Blutige Weihnacht und ein frohes neues Jahr






HAPPY NEW YEAR!!!

Wir wünschen euch allen ein ganz fröhliches neues Jahr und einen guten Rutsch (gehabt zu haben).

Wir kochen gerade (im Moment nur Roland) und gerade habe ich unsere Lottozahlen gecheckt. Leider nicht das erhoffte Ergebnis, aber drei Richtige sind dabei. Leider hat ganz Australien gespielt und es bleibt nichts übrig für uns. Nächste Woche sind wir wieder dabei. Mittlerweile haben wir nämlich schon von einigen Leuten gehört, dass sie jemanden kennen, der sehr viel Geld beim Lotto spielen in Australien gewonnen hat.
Heute wird aber erstmal auf ein neues Jahr angestossen. Bei uns beginnt das Jahr 2012 schon in etwas mehr als vier Stunden. Wir haben heute sturmfrei und machen uns einen schönen Abend in Cowaramup. Wer hätte es gedacht...wir sind immer noch da. Mittlerweile glaubt hier niemand mehr daran, dass wir irgendwann die Kurve kriegen. Am Montag werden wir es beweisen. Müssen.
Dann ist es ist soweit...! Wir fahren weiter. Naja, noch sind wir nicht los. Es könnte also durchaus sein, dass wir noch bleiben. NEIN!!! Diesmal nicht. Eigentlich war unsere Abreise schon vor zwei Wochen geplant. Aber wenn wir eines gelernt haben auf unserem Trip, dann dass wir zwar Pläne machen können, aber es eigentlich immer anders läuft. Wir bleiben also noch bis Neujahr und fahren direkt nach Pemberton. Dort steht der Gloucester Tree, einer der höchsten Bäume der Welt und mit seinen 72 Metern der höchste Baum Western Australias. Er wurde damals dazu genutzt Feuer in der Umgebung zu orten und die Geschwindigkeit eines Buschfeuers im Notfall zu erkennen und schneller bekämpfen zu können.
Dort wollen wir auch hinauf. Im Schnitt schaffen es 20 Prozent aller Baumsteiger die in den Stamm gesteckten Metallstangen bis zum Gipfel zu erklimmen. Bekannte von uns haben schon mehrere Leute weinen gesehen, weil die Kräfte in den Beinen einfach nachgelassen haben und der Abstieg noch vor ihrnen lag. Selbst muskulöse Männer haben Probleme mit dem Auf- und Abstieg. Ich denke mal, dass ich es vielleicht nach oben schaffen werde, aber auf dem Weg baumab heulen werde. Roland wird es ohne heulen schaffen, aber am nächsten Tag tierischen Muskelkater haben.

Muskelkater hatten wir auch nach unserer ersten Trainingsstunde mit dem Stand Up Paddle Board (siehe Bild unten). Dabei wird jeder Muskel genutzt, um nicht vom Board zu fallen. Nach einigen Versuchen hatte ich den Dreh raus und konnte mich relativ entspannt mit dem Paddel in der Hand auf dem Wackeldackel halten. Roland hatte leichte Probleme und es wahr wahrscheinlich etwas schwerer für ihn als für mich. Vielleicht war das Brett ein wenig zu klein für ihn. Dafür hat er uns den schönsten Tanz des Jahres gezeigt, als er versucht hat nicht das Gleichgewicht zu verlieren und wie ein Stehaufmännchen auf dem Brett balancierte. Nach einigen Versuchen haben wir auch Roland länger auf dem Brett als im Wasser gesehen. Es ist wirklich nicht so einfach wie es aussieht, aber macht unglaublich viel Spaß. Am gleichen Tag hatten wir noch ein Surfbrett dabei und eine Windsurfausrüstung. Überall mal rauf gehüpft und ein wenig über das Wasser gefahren. Dabei immer ein kühles Bierchen in der Kühtruhe gehabt und genug zu Essen. Das ist ein typisches Wochenende für Australier. Spaß, Freunde, Wasser, Strand, Essen und  BIER!

Letztens dachte ich übrigens einen Hai im Wasser gesehen zu haben. Sah irgendwie komisch aus. Roland und ich waren gerade mit den Surfboards im Wasser und wurden von den Wellen veräppelt. Also eher ich. An dem Tag war die Kraft der Wellen unglaublich stark und ich wurde ein wenig hin- und hergeschüttelt. Und dann kam auch noch dazu, dass ich vielelicht diesen Hai gesehen habe. Roland bleibt immer ganz cool und sagt: „Ach...stell Dich nicht so an...da is nix.“ Blöd war nur, dass ich von der nächsten Welle richtig auf die Mütze bekommen habe. Das Knacken der Nase war laut und das Blut, das dann plötzlich mein Brett rot gefärbt hat, hat mich ganz leicht nervös gemacht. Blut + Hai = nicht sooooo toll. Also raus aus dem Wasser. Nachdem das Dröhnen im Jochbein, der Nase und im Kopf etwas abgeebbt war, bin ich wieder rein ins Wasser. Aber entspannt surfen geht anders. Nächste Welle, nächste Schikane. Die Leash (die Leine, mit der das Brett an meinem Bein festgebunden ist), hat sich um meinen kompletten Unterschenkel gewickelt und wurde mit der Kraft der nächsten Welle festgezurrt. Da das Brett leichter ist, wurde es natürlich sehr viel schneller von der Wucht erfasst. Okaaaaaayyy.....! Wieder Schmerzen. Aber zum Glück kein Blut. Trotzem, das war genug für einen 1. Weihnachtstag. Nächste Welle genommen und raus aus dem Höllenteich. Ich war froh noch zu leben und habe den Rest des Tages gelesen. Mittlerweile gleicht meine linke Wade einer Aubergine. Also die komplette (!) Wade, und mein Nasenbein darf nicht berührt werden. Der Bluterguss im Gesicht ist bisher noch nicht rausgekommen, aber das hat beim letzten Mal auch einige Tage gedauert. 

Trotzdem...uns geht es gut. Keine Sorgen, Wunden heilen hier ganz schnell. Ist auch eher interessant, wie sich der Körper in sehr kurzer Zeit farblich so verändern kann. Aber Arnika hat mal wieder bewiesen, wie toll Homöopathie funktioniert. 
Roland hatte an dem Tag noch ein paar sehr schöne Wellen und er wird immer besser. Richtig tolle Wellen hat er schon gehabt. 

So...nun macht es gut für dieses Jahr und genießt den Abend. Wir zünden für jeden zu Hause eine Wunderkerze an und hoffen, dass die Höhepunkte eures letzten Jahres die Tiefpunkte des neuen Jahres sein werden :)))

In diesem Sinne...PROOOOOOOOST, alles Liebe und bis zum nächsten Jahr...! Knuuuuutscha

Roland und Steffi



Roland gefällt Wellenreiten besser. Mit "meinem" Stand Up Paddle Board
kann man aber auch in die Wellen. 

Dienstag, 20. Dezember 2011

MERRY X-MAS AND A HAPPY NEW YEAR

11. Dezember 2011

Heute morgen haben wir eine riiiesige Abalone bekommen. Wer Abalone nicht kennt, der hat definitiv etwas verpasst. Es sind eine Art Schnecken, die in verschiedenen Arten vorkommen. In Strandnähe kann man, wenn man weiß, wo sie sich befinden, einige rote Abalones finden. Dazu benötigt man aber meist etwas Fachwissen und eine Schnorchelausrüstung. Eigentlich ist es verboten diese Schnecken zu fangen, wenn man keine Lizenz hat, aber die konten wir uns an einem Sonntag nicht so spontan besorgen. Verkaufen dieser teuren Tierchen ist völlig tabu. Nur, wenn man sich sich widerum eine andere Lizenz besorgt, die über eine 1.000.000 $ kostet, darf man verkaufen. Aber es lohnt sich. Allein unser Fund ist bestimmt einige hundert Dollar wert. Die Chinesen und andere Asiaten bezahlen, besonders für frische Abalone ein horrendes Geld. Eigentlich findet man solch große Exemplare nur in 10-20 Meter tiefem Wasser, aber diese eine hat wohl nicht aufgepasst oder wurde von einem Hai vertrieben. Dann wurde sie in die Hände eines Franzosen gespült, der aber keine Abalone mag. Ich hatte das Glück die erste Person zu sein, die er traf, also hat er sie mir geschenkt. Auch arme Schweine haben mal Glück. Und was für eines.  
Wir haben das Fleisch aus der Muschel getrennt und in einer Marinade eingelegt. Dann kurz angebraten und auf frischem Ciabatta mit Romano Käse überbacken. Das war unglaublich köstlich. Jeder, der einmal das Erlebnis dieses Essens haben darf, kann sich glücklich schätzen.
Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, warum das denn so toll ist und wie man sich so über eine einzige Muschel freuen kann...keine Ahnung, aber hier tickt man eben ein wenig anders. Genauso gefreut haben wir uns, als wir eine seltene Snowcrab essen durften. Sauteuer aber wahnsinnig lecker. Der einzige Mensch in Western Australia, der die Lizenz zum fangen und verkaufen hat, ist der Onkel von Duane, bei dem wir in Port Kennedy gewohnt haben. Nicht viele bekommen die Chance dieses zarte Krebsfleisch zu essen, weil es in Restaurants einfach viel zu teuer ist.

Heute nachmittag waren wir mal wieder in einer Eiscremefabrik und haben es uns gut gehen lassen. Danach ein kleines Weintasting und später gab es ein dickes Stück Romano aus der Käsefabrik. Vorher haben wir noch schnell in der Olivenöl- und Seifenfabrik gehalten und alles probiert, was dort angeboten wurde. Herrlich!
Leider ist das Wochenende nun wieder vorbei und das Bett ruft, damit es morgen nicht allzu schwer wird um halb sechs aus den Federn zu kommen.


15. Dezember 2011

Herzlichen Glückwunsch, SONJA :)))
Es ist soweit...morgen habe ich den letzten Arbeitstag. Roland darf noch eine Woche länger buckeln. Aber ich werde alles tun, damit ich auch noch eine Woche länger arbeiten kann. Vielleicht bekomme ich etwas auf einem anderem Weingut. Hoffentlich! Und dann ist auch schon Weihnachten. Unglaublich, wie schnell die Zeit hier vergeht. Wir werden definitiv noch eine Woche in Margaret River bleiben und uns dann schleunigst vom Acker machen. Einige tausend Kilometer liegen noch vor uns, die wir in den nächsten vier Wochen zu bewältigen haben. Dazwischen liegen weitere Millionen Orte, die es wert sind einen kurzen oder längeren Stop einzulegen. Es wird knapp, aber irgendwie werden wir es schaffen. Es reicht nicht ein Jahr in Australien zu bleiben. Nicht, wenn man arbeiten muss um sich die Weiterfahrt zu verdienen. Alles ist teuer hier. Gerade gestern haben wir nur für unsere Unterkunft (Miete für einen Monat) und die KFZ-Steuer zusammen 1.000 $ bezahlt. Zwei Wochen Arbeit für mich. Das schockiert und zwingt einen dazu länger zu arbeiten.

Am Samstag haben wir beide frei und werden wieder die Vorzüge dieses schönen Fleckchen Erde genießen können.


21. Dezember 2011

So...bald ist Weihnachten. Wir wünschen unseren Familien, allen Freunden und Verwandten und Bekannten ein wundervolles und besinnliches Weihnachtsfest. Und wenn ihr Weihnachten überstanden habt, dann rutscht gut ins neue Jahr. Wir werden euch sehr vermissen. Besonders der Heilige Abend wird definitiv andres verlaufen als in Deutschland. Schnief....ich weiß nicht, wie oft ist das schon gesagt habe, aber Australien hat einfach NULL (!!!!!!!) Tradition. Zu viel Gebimmel und Trara an Weihnachten auch nicht besonders besinnlich auf die Dauer, aber so gar nichts...naja...dann werden wir werden an Weihnachten eben Krokodil essen. Aber am 26. gibt es Rouladen. Komme was da wolle.

Dann feiert mal alle ganz schön und Mami, bitte trinke nicht so viel Jägermeister. Gib Chrischi etwas davon ab und bei Papi immer schön den Whiskey nachgießen. Prost! Wir vermissen euch alle sehr...!!!!

Zur Feier des Tages noch einige Bilder.


Aussichtsplattform bei Denham

Zoom von der Plattform. Dort tummelte sich manch gefährliches Getier. Aber dies ist nur ein Reef Shark.

Diese possierlichen Tierchen heißen Bilbys und sind sooo niedlich....!!!

Sonnenuntergang an der 'Big Lagoon'

Selten dämlich die Emus. Kilometerweit rennen sie vor dem Wager her, anstatt zur Seite zu laufen.  

Es sieht harmlos aus, aber 5 Minuten später steckten wir bis zum Hals im Sand. 

Nur mit einer Geschwindigkeit, die schon an Fliegen grenzte kamen wir durch diesen wahnsinnig tiefen Sand. Und ganz viel Daumen drücken. 

Ein altes Windrad auf dem Grundstück eines Gehöfts.

'Shell Beach'. Der Strand bestand nur aus weißen Muscheln. Zum Glück war ich schon recht braun. 

Close Up

Das war der schone Sprudelpool, den wir nach unserem Ausflug im Francois Peron Nationpark ganz für uns allein hatten. Perfekt!




Der erste Pelikan in Port Kennedy.


Pink Lake

Fliegenalarm in Say Bay. Mindestens 300 um jeden Kopf. Schrecklich!

Fröhlich ist anders.

Super entspannend!

Perth. Ein Foto ohne Regen.

Wahnsinnig imposant! Und steil!

Karijini Nationalpark

Schön, oder?

NAch den Wanderungen gibt es meist eine wundervolle Abkühlung.

Natur pur.

Der 'Spider Walk'. Tollster Spaziergang ever.

Verbrannte Erde im Karijini NP

Picknick

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Kinder...pinkelt nie in Steckdosen!

Wir sind immer noch in Margaret River. Die Brände sind gelöscht und heute hat es ganz viel geregnet. Die Regierung hat scheiße gebaut und muss sie wieder auslöffeln. Ich arbeite seit 2,5 Wochen auf einem Weingut und werde wahrscheinlich nie Kinder bekommen können. Roland hat bis jetzt das Leben genossen, ist surfen gegangen und hat sich von seinem Heuschnupfen erholt. Roland hatte heute seinen zweiten Tag auf einer BAustelle und durfte den ganzen Tag saugen. Ich hatte frei, weil es stark geregnet hat und die Arbeit in den Weinbergen einfach zu schwer und zu dreckig ist, wenn alles trieft. 

Hinweis für jeden, der in kurzer Zeit viel Muskelmasse zulegen und Gewicht verlieren möchte: Arbeitet doch einfach mal auf einem Weingut, das eigentlich schon vor einem Monat die Drähte zum stabilisieren der Weinstöcke hochziehen hätte müssen. "Guten Tag...mein Name ist Arnold. Arnold Schwarzenegger." Schön, wenn die T-Shirts an den Schultern anfangen zu spannen und sich ein Waschbrett durch das Oberteil abzeichnet. Bringt einem aber auch nichts, wenn man bei sengender Hitze mit 50+ Sonnenschutzfaktor, Schlapphut, Boots und langen Klamotten zwischen den Reben steht und fast auf eine Tiger Snake getreten wäre. Die sind selten und aber nicht selten tödlich. Muskeln helfen da nicht. Meine Kollegin und ich haben uns schnellstens vom Acker gemacht. Bis jetzt ist sie nicht wieder aufgetaucht. TOLL!!! Die leben dort und wir fuchteln mit den Händen im undurchdringlichen Gestrüpp herum. Spinnen gibt es dort Millionen. Aber da die Arbeit so unglaublich hart ist, habe ich einfach aufgehört mich zu ängstigen. Ich würde sie nicht mit ins Bett nehmen, aber selbst die größeren Exemplare gehören einfach dazu. Und das allerbeste sind die Christmas Spider. Wahnsinnig süße Spinnen, von denen ich mir wirklich ein Risenkuscheltier wünschen würde. So wie die, die es auf dem Freimarkt bei den Losbuden gibt. Viel besser als das ganze Gelumps dort. Googelt die mal. Süüüüüß...mit Stacheln auf dem Rücken. 

Wir machen jetzt ein leckeres Thai-Curry aus einem riesigen Stück Beef Scotch Filet. Wir haben nämlich eine Küche, einen Kühlschrank, ein Bett und eine Dusche. Muss man ja immer wieder betonen. 

Hier noch ein kleiner Rückblick auf unsere Zeit auf einer typisch australischen Farm. Bilder gibt es tausende, aber leider ist unser Guthaben mal wieder fast am Ende und das Hochladen von Fotos würde gerade den Rahmen sprengen. Ich werde aber versuchen in den nächsten Tagen in ein Internetcafé zu kommen und von dort die Laderei starten. Wir haben nämlich wirklich einige sehr sehr schöne Aufnahmen. Bis denn dann und eine wunderschöne Adventszeit wünsche ich Euch. Hier wird übrigens Weihnachtsmusik im Supermarkt gespielt. Draußen herrscht einen Bullenhitze und drinnen laufen Verkäufer mit Elchhaarreifen rum. Sehr seltsam. Die Weihnachtsstimmung läuft hier gen Null. Gerade wurden wir zu einer Weihnachtsparty am Strand eingeladen...mit dem Hinweis bitte die Badesachen nicht zu vergessen. Ich hätte nichts gegen eine Feuerzangenbowle mit allen lieben Leuten dieser Welt einzuwenden. Am liebsten an dem Stand, an dem Sonja im letzten Jahr den riesigen Kessel geputzt hat :))) Sonja, Andrea, Jens...trinkt bidde eine für mich mit. Danke. Ihr fehlt mir.... 
 
Wahrscheinlich werden wir Weihnachten in Tasmanien sein. Aber vielleicht auch nicht. Irgendwie ändern sich unsere Pläne jede Woche. Auf jeden Fall wird es warm sein. 


Rückblick:

21. Oktober 2011

Seitdem wir den Cape Range Nationalpark am 10. Oktober verlassen haben, ist einiges passiert. Jetzt gerade sitze ich am Murchinson River auf einer Farm kurz vor Kalbarri. Vielleicht bleiben wir hier einige Tage, wenn die Farmbesitzer noch Platz für ein paar freiwillige Helfer haben. Hier werden gerade Zäune für die Schaf- und Rinderherden aufgebaut und deshalb könnte es sein, dass Hilfe nötig wäre. Gerade weil die Deutschen hier einen sehr guten Ruf als fleißige Arbeiter haben. Franzosen gelten als faul und hungrig. Gute Karten für uns.
Kurz nach unserer Ankunft hier hat sich uns die erste Schlange gezeigt. Eine der etwas giftigeren. Die Brown Snake schlängelte sich gemütlich zwischen unseren Füßen hindurch und ließ sich durch nichts nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht als Roland mich mit einer leicht panischen Stimme gebeten mich schleunigst zu entfernen. Normalerweise verschwinden sie immer ganz schnell, wenn sie Vibrationen im Boden spüren, aber da es gerade Sommer wird, genießen sie die Wärme und scheinen etwas übermütig zu werden. Jetzt steht griffbereit ein großer Spaten, den wir von der Farm bekommen haben, neben dem Auto und wartet darauf der nächsten Schlange den Kopf abzuschlagen. Hört sich grausam an, aber sollen wir so machen. Okay......! Viel Spaß dann, Roland! Und vor einer Stunde ist eine weitere Schlange angekommen. Bis dahin waren wir mutterseelenallein auf dem wunderschönen und idyllisch gelegenen Campingplatz direkt am Fluss. Wir haben uns über die niedliche Küche gefreut, in der wir später lecker kochen möchten und die Ruhe genossen, die hier zwar nicht selten vorkommt, aber dafür immer wieder schön ist. Zu früh gefreut....sieben Autos, vollgestopft mit Asiaten, kamen auf uns zu und fuhren glücklicherweise ca. 100 Meter an uns vorbei, um dort ihr Lager aufzuschlagen. Gerade eben ist jeder Einzelne an mir vorbei gelaufen und mit viel Essen beladen Richtung Küche marschiert. Ich habe mitgezählt. Es waren 36. Dann gibt es heute wohl doch nichts zu essen. Die Küche ist auf jeden Fall gut gefüllt.

Hier hoppeln auch einige kleine Lämmer herum. Twitschy und Abbey. Total niedlich.
Eben haben wir noch einen kleinen Ausflug auf die andere Seite des Flusses gemacht. Der Weg führte über eine Brücke, die ziemlich morsch aussah. War sie auch. Aber wir sind trockenen Fußes auf die andere Seite gelangt. Eine wunderschöne sandige Uferlandschaft erwartete uns am anderen Ende Brücke. Roland versuchte wieder mal sein Glück einen Fisch zu fangen, aber wir werden wohl wieder vegetarisch essen (falls wir einen Platz in der Küche bekommen sollten). Auf dem Rückweg habe ich ein ziemlich großes Känguru gesehen. Ein „Red“. Die sind größer als die kleinen Bergkängurus und Wallabies und haben, wie der Name schon sagt, ein rotes Fell. Es war mindestens zwei Meter groß und könnte mich ohne Probleme krankenhausreif boxen. Roland ist etwas mutiger als ich und bleibt ohne Nachzudenken bis zur Dämmerung in unzivilisiertem Territorium. Ich bin, seitdem wir in Australien angekommen sind, zu einem richtigen Schisser mutiert. Sobald es dunkel wird, wittere ich überall Gefahren. Oder wenigstens Gründe, die zur Panik führen könnten. Spinnen kommen pünktlich zum Sonnenuntergang heraus und rotten sich zusammen um mir den Weg zurück zum Camp zu blockieren, und Riesenschlangen hängen von den Bäumen und lassen sich fallen, um naive Backpacker in einem Rutsch zu verschlingen. Ganz zu schweigen von dem wilden Bullen, der sich hier irgendwo herumtreibt. Also bleibe ich im Dunkeln lieber in der Nähe des Autos. Ah...die Chinesen machen Feuer. Dann ist die Küche vielleicht halbwegs leer. Ich checke das mal eben.

23. Oktober 2011

So. Wir haben ein neues zu Hause. Die nächste Woche werden wir hier auf der Farm bleiben und helfen neue Zäune für die Ziegen zu bauen. Mitten im Busch, harte Arbeit, gleißende Hitze und viele wilde und gefährliche Tiere. Jeden Morgen geht es mit dem Pick Up weit in das riesige Gelände hinein (eine Stunde Fahrt). Die Farm erstreckt sich auf ca. 70 Kilometer in der Länge und um etwa 40 Kilometer in der Breite. Recht groß also. Irgendwo rennt immer noch dieser wilde Bulle herum. Vorsicht ist also geboten. Er heißt Red und reagiert ziemlich stark auf rote Farben. Glücklicherweise ist das einzige Rote, das wir besitzen, eine 4 Liter Box Rotwein. Diese Kartons werden hier 'Goon' genannt. Ein Typ hat uns erzählt, das Wort komme von den Aborigines. In deren Sprache heiße 'Goon' übersetzt 'Kopfkissen'. Und da die Aborigines sehr viel und günstigen Alkohol bevorzugen, trinken sie teilweise einen ganzen Karton 'Goon'. Wenn sie danach zu müde und betrunken sind um nach Hause zu laufen (was sehr häufig vorkommt) dann blasen sie einfach den Beutel auf, in dem der Wein in dem Karton frischgehalten wird, und benutzen ihn als Kopfkissen. Logisch, oder? Wir haben es ausprobiert und es funktioniert. Gute Idee. Das wird garantiert noch viel öfter von Backpackern als von Aborigines in Anspruch genommen. Da gibt es nämlich auch einige Trunkenbolde.
Allerdings wurden wir vor kurzem eines besseren belehrt. Das Wort 'Goon' ist zwar auch ein Wort aus dem Wortschatz der Aborigines, allerdings bedeutet es soviel wie 'trinken' oder 'Platz, an dem man trinkt'. Aber der Lacher war auf Roland Seite, als er seine Geschichte mit dem Kopfkissen erzählt hat.

Wir haben ein kleines Zimmer bezogen, in dem normalerweise die Schafscherer unterkommen. Mit einem richtigen Bett. Das erste Bett seitdem wir vor fünf Monaten in Australien angekommen sind. Herrlich. Jetzt sitzen wir auf der überdachten Terasse und Roland klimpert auf der Ukulele. Direkt vor uns stehen einige Quads, die für Safaris bereit stehen. Auf der anderen Seite des Flusses liegen Kanus für Touristen, die damit den Fluss und den angrenzenden Nationalpark erkunden können.
Morgen geht’s auf die benachbarte Farm zu Reiten. Die zwei anderen Wwoofer (Willing Workers On Organic Farms), haben von der Chefin einen Reitausritt geschenkt bekommen, weil sie in letzter Zeit so gut gearbeitet haben. Ich komme einfach mal mit und schaue, ob ich irgendwie auch eine Chance auf einen kleinen Ritt bekommen.

Die kleinen Lämmchen laufen einem ständig zwischen den Beinen herum. Ein weißes Lämmchen hat gestern einen riesigen See im Wohnzimmer hinterlassen. Und wenn es hungrig ist, dann knabbert es einem immer am Ohrläppchen, wenn man es auf dem Arm hält. Total süß.
Gleich fahren wir nach Kalbarri und gucken uns das Städtchen an. Wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt angekommen. Heute ist Sonntag und es wird nicht sehr hart gearbeitet. Aber ab morgen geht es rund. Hank, ein Holländer und weiterer Freiwilliger, hat mir eben geholfen passende Handschuhe und Stiefelgamaschen und eine alte Hose für die Arbeit im Busch zu finden, damit die Gefahr vom Gestrüpp und von den Insekten verletzt zu werden ein wenig gemildert wird. Roland hat glücklicherweise noch die Schutzkleidung von der Baustelle.

Anfang November:
Nach einer Woche auf der Farm sind wir wieder auf der Spur.

Als nächstes folgt alles, was seit Anfang November geschehen ist. Leider ist es nicht einfach sich nach einem harten Arbeitstag aufzuraffen und die Augen offen zu halten. Aber vielleicht regnet es morgen wieder und ich habe frei.