Samstag, 31. Dezember 2011

Blutige Weihnacht und ein frohes neues Jahr






HAPPY NEW YEAR!!!

Wir wünschen euch allen ein ganz fröhliches neues Jahr und einen guten Rutsch (gehabt zu haben).

Wir kochen gerade (im Moment nur Roland) und gerade habe ich unsere Lottozahlen gecheckt. Leider nicht das erhoffte Ergebnis, aber drei Richtige sind dabei. Leider hat ganz Australien gespielt und es bleibt nichts übrig für uns. Nächste Woche sind wir wieder dabei. Mittlerweile haben wir nämlich schon von einigen Leuten gehört, dass sie jemanden kennen, der sehr viel Geld beim Lotto spielen in Australien gewonnen hat.
Heute wird aber erstmal auf ein neues Jahr angestossen. Bei uns beginnt das Jahr 2012 schon in etwas mehr als vier Stunden. Wir haben heute sturmfrei und machen uns einen schönen Abend in Cowaramup. Wer hätte es gedacht...wir sind immer noch da. Mittlerweile glaubt hier niemand mehr daran, dass wir irgendwann die Kurve kriegen. Am Montag werden wir es beweisen. Müssen.
Dann ist es ist soweit...! Wir fahren weiter. Naja, noch sind wir nicht los. Es könnte also durchaus sein, dass wir noch bleiben. NEIN!!! Diesmal nicht. Eigentlich war unsere Abreise schon vor zwei Wochen geplant. Aber wenn wir eines gelernt haben auf unserem Trip, dann dass wir zwar Pläne machen können, aber es eigentlich immer anders läuft. Wir bleiben also noch bis Neujahr und fahren direkt nach Pemberton. Dort steht der Gloucester Tree, einer der höchsten Bäume der Welt und mit seinen 72 Metern der höchste Baum Western Australias. Er wurde damals dazu genutzt Feuer in der Umgebung zu orten und die Geschwindigkeit eines Buschfeuers im Notfall zu erkennen und schneller bekämpfen zu können.
Dort wollen wir auch hinauf. Im Schnitt schaffen es 20 Prozent aller Baumsteiger die in den Stamm gesteckten Metallstangen bis zum Gipfel zu erklimmen. Bekannte von uns haben schon mehrere Leute weinen gesehen, weil die Kräfte in den Beinen einfach nachgelassen haben und der Abstieg noch vor ihrnen lag. Selbst muskulöse Männer haben Probleme mit dem Auf- und Abstieg. Ich denke mal, dass ich es vielleicht nach oben schaffen werde, aber auf dem Weg baumab heulen werde. Roland wird es ohne heulen schaffen, aber am nächsten Tag tierischen Muskelkater haben.

Muskelkater hatten wir auch nach unserer ersten Trainingsstunde mit dem Stand Up Paddle Board (siehe Bild unten). Dabei wird jeder Muskel genutzt, um nicht vom Board zu fallen. Nach einigen Versuchen hatte ich den Dreh raus und konnte mich relativ entspannt mit dem Paddel in der Hand auf dem Wackeldackel halten. Roland hatte leichte Probleme und es wahr wahrscheinlich etwas schwerer für ihn als für mich. Vielleicht war das Brett ein wenig zu klein für ihn. Dafür hat er uns den schönsten Tanz des Jahres gezeigt, als er versucht hat nicht das Gleichgewicht zu verlieren und wie ein Stehaufmännchen auf dem Brett balancierte. Nach einigen Versuchen haben wir auch Roland länger auf dem Brett als im Wasser gesehen. Es ist wirklich nicht so einfach wie es aussieht, aber macht unglaublich viel Spaß. Am gleichen Tag hatten wir noch ein Surfbrett dabei und eine Windsurfausrüstung. Überall mal rauf gehüpft und ein wenig über das Wasser gefahren. Dabei immer ein kühles Bierchen in der Kühtruhe gehabt und genug zu Essen. Das ist ein typisches Wochenende für Australier. Spaß, Freunde, Wasser, Strand, Essen und  BIER!

Letztens dachte ich übrigens einen Hai im Wasser gesehen zu haben. Sah irgendwie komisch aus. Roland und ich waren gerade mit den Surfboards im Wasser und wurden von den Wellen veräppelt. Also eher ich. An dem Tag war die Kraft der Wellen unglaublich stark und ich wurde ein wenig hin- und hergeschüttelt. Und dann kam auch noch dazu, dass ich vielelicht diesen Hai gesehen habe. Roland bleibt immer ganz cool und sagt: „Ach...stell Dich nicht so an...da is nix.“ Blöd war nur, dass ich von der nächsten Welle richtig auf die Mütze bekommen habe. Das Knacken der Nase war laut und das Blut, das dann plötzlich mein Brett rot gefärbt hat, hat mich ganz leicht nervös gemacht. Blut + Hai = nicht sooooo toll. Also raus aus dem Wasser. Nachdem das Dröhnen im Jochbein, der Nase und im Kopf etwas abgeebbt war, bin ich wieder rein ins Wasser. Aber entspannt surfen geht anders. Nächste Welle, nächste Schikane. Die Leash (die Leine, mit der das Brett an meinem Bein festgebunden ist), hat sich um meinen kompletten Unterschenkel gewickelt und wurde mit der Kraft der nächsten Welle festgezurrt. Da das Brett leichter ist, wurde es natürlich sehr viel schneller von der Wucht erfasst. Okaaaaaayyy.....! Wieder Schmerzen. Aber zum Glück kein Blut. Trotzem, das war genug für einen 1. Weihnachtstag. Nächste Welle genommen und raus aus dem Höllenteich. Ich war froh noch zu leben und habe den Rest des Tages gelesen. Mittlerweile gleicht meine linke Wade einer Aubergine. Also die komplette (!) Wade, und mein Nasenbein darf nicht berührt werden. Der Bluterguss im Gesicht ist bisher noch nicht rausgekommen, aber das hat beim letzten Mal auch einige Tage gedauert. 

Trotzdem...uns geht es gut. Keine Sorgen, Wunden heilen hier ganz schnell. Ist auch eher interessant, wie sich der Körper in sehr kurzer Zeit farblich so verändern kann. Aber Arnika hat mal wieder bewiesen, wie toll Homöopathie funktioniert. 
Roland hatte an dem Tag noch ein paar sehr schöne Wellen und er wird immer besser. Richtig tolle Wellen hat er schon gehabt. 

So...nun macht es gut für dieses Jahr und genießt den Abend. Wir zünden für jeden zu Hause eine Wunderkerze an und hoffen, dass die Höhepunkte eures letzten Jahres die Tiefpunkte des neuen Jahres sein werden :)))

In diesem Sinne...PROOOOOOOOST, alles Liebe und bis zum nächsten Jahr...! Knuuuuutscha

Roland und Steffi



Roland gefällt Wellenreiten besser. Mit "meinem" Stand Up Paddle Board
kann man aber auch in die Wellen. 

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