Samstag, 31. Dezember 2011

Blutige Weihnacht und ein frohes neues Jahr






HAPPY NEW YEAR!!!

Wir wünschen euch allen ein ganz fröhliches neues Jahr und einen guten Rutsch (gehabt zu haben).

Wir kochen gerade (im Moment nur Roland) und gerade habe ich unsere Lottozahlen gecheckt. Leider nicht das erhoffte Ergebnis, aber drei Richtige sind dabei. Leider hat ganz Australien gespielt und es bleibt nichts übrig für uns. Nächste Woche sind wir wieder dabei. Mittlerweile haben wir nämlich schon von einigen Leuten gehört, dass sie jemanden kennen, der sehr viel Geld beim Lotto spielen in Australien gewonnen hat.
Heute wird aber erstmal auf ein neues Jahr angestossen. Bei uns beginnt das Jahr 2012 schon in etwas mehr als vier Stunden. Wir haben heute sturmfrei und machen uns einen schönen Abend in Cowaramup. Wer hätte es gedacht...wir sind immer noch da. Mittlerweile glaubt hier niemand mehr daran, dass wir irgendwann die Kurve kriegen. Am Montag werden wir es beweisen. Müssen.
Dann ist es ist soweit...! Wir fahren weiter. Naja, noch sind wir nicht los. Es könnte also durchaus sein, dass wir noch bleiben. NEIN!!! Diesmal nicht. Eigentlich war unsere Abreise schon vor zwei Wochen geplant. Aber wenn wir eines gelernt haben auf unserem Trip, dann dass wir zwar Pläne machen können, aber es eigentlich immer anders läuft. Wir bleiben also noch bis Neujahr und fahren direkt nach Pemberton. Dort steht der Gloucester Tree, einer der höchsten Bäume der Welt und mit seinen 72 Metern der höchste Baum Western Australias. Er wurde damals dazu genutzt Feuer in der Umgebung zu orten und die Geschwindigkeit eines Buschfeuers im Notfall zu erkennen und schneller bekämpfen zu können.
Dort wollen wir auch hinauf. Im Schnitt schaffen es 20 Prozent aller Baumsteiger die in den Stamm gesteckten Metallstangen bis zum Gipfel zu erklimmen. Bekannte von uns haben schon mehrere Leute weinen gesehen, weil die Kräfte in den Beinen einfach nachgelassen haben und der Abstieg noch vor ihrnen lag. Selbst muskulöse Männer haben Probleme mit dem Auf- und Abstieg. Ich denke mal, dass ich es vielleicht nach oben schaffen werde, aber auf dem Weg baumab heulen werde. Roland wird es ohne heulen schaffen, aber am nächsten Tag tierischen Muskelkater haben.

Muskelkater hatten wir auch nach unserer ersten Trainingsstunde mit dem Stand Up Paddle Board (siehe Bild unten). Dabei wird jeder Muskel genutzt, um nicht vom Board zu fallen. Nach einigen Versuchen hatte ich den Dreh raus und konnte mich relativ entspannt mit dem Paddel in der Hand auf dem Wackeldackel halten. Roland hatte leichte Probleme und es wahr wahrscheinlich etwas schwerer für ihn als für mich. Vielleicht war das Brett ein wenig zu klein für ihn. Dafür hat er uns den schönsten Tanz des Jahres gezeigt, als er versucht hat nicht das Gleichgewicht zu verlieren und wie ein Stehaufmännchen auf dem Brett balancierte. Nach einigen Versuchen haben wir auch Roland länger auf dem Brett als im Wasser gesehen. Es ist wirklich nicht so einfach wie es aussieht, aber macht unglaublich viel Spaß. Am gleichen Tag hatten wir noch ein Surfbrett dabei und eine Windsurfausrüstung. Überall mal rauf gehüpft und ein wenig über das Wasser gefahren. Dabei immer ein kühles Bierchen in der Kühtruhe gehabt und genug zu Essen. Das ist ein typisches Wochenende für Australier. Spaß, Freunde, Wasser, Strand, Essen und  BIER!

Letztens dachte ich übrigens einen Hai im Wasser gesehen zu haben. Sah irgendwie komisch aus. Roland und ich waren gerade mit den Surfboards im Wasser und wurden von den Wellen veräppelt. Also eher ich. An dem Tag war die Kraft der Wellen unglaublich stark und ich wurde ein wenig hin- und hergeschüttelt. Und dann kam auch noch dazu, dass ich vielelicht diesen Hai gesehen habe. Roland bleibt immer ganz cool und sagt: „Ach...stell Dich nicht so an...da is nix.“ Blöd war nur, dass ich von der nächsten Welle richtig auf die Mütze bekommen habe. Das Knacken der Nase war laut und das Blut, das dann plötzlich mein Brett rot gefärbt hat, hat mich ganz leicht nervös gemacht. Blut + Hai = nicht sooooo toll. Also raus aus dem Wasser. Nachdem das Dröhnen im Jochbein, der Nase und im Kopf etwas abgeebbt war, bin ich wieder rein ins Wasser. Aber entspannt surfen geht anders. Nächste Welle, nächste Schikane. Die Leash (die Leine, mit der das Brett an meinem Bein festgebunden ist), hat sich um meinen kompletten Unterschenkel gewickelt und wurde mit der Kraft der nächsten Welle festgezurrt. Da das Brett leichter ist, wurde es natürlich sehr viel schneller von der Wucht erfasst. Okaaaaaayyy.....! Wieder Schmerzen. Aber zum Glück kein Blut. Trotzem, das war genug für einen 1. Weihnachtstag. Nächste Welle genommen und raus aus dem Höllenteich. Ich war froh noch zu leben und habe den Rest des Tages gelesen. Mittlerweile gleicht meine linke Wade einer Aubergine. Also die komplette (!) Wade, und mein Nasenbein darf nicht berührt werden. Der Bluterguss im Gesicht ist bisher noch nicht rausgekommen, aber das hat beim letzten Mal auch einige Tage gedauert. 

Trotzdem...uns geht es gut. Keine Sorgen, Wunden heilen hier ganz schnell. Ist auch eher interessant, wie sich der Körper in sehr kurzer Zeit farblich so verändern kann. Aber Arnika hat mal wieder bewiesen, wie toll Homöopathie funktioniert. 
Roland hatte an dem Tag noch ein paar sehr schöne Wellen und er wird immer besser. Richtig tolle Wellen hat er schon gehabt. 

So...nun macht es gut für dieses Jahr und genießt den Abend. Wir zünden für jeden zu Hause eine Wunderkerze an und hoffen, dass die Höhepunkte eures letzten Jahres die Tiefpunkte des neuen Jahres sein werden :)))

In diesem Sinne...PROOOOOOOOST, alles Liebe und bis zum nächsten Jahr...! Knuuuuutscha

Roland und Steffi



Roland gefällt Wellenreiten besser. Mit "meinem" Stand Up Paddle Board
kann man aber auch in die Wellen. 

Dienstag, 20. Dezember 2011

MERRY X-MAS AND A HAPPY NEW YEAR

11. Dezember 2011

Heute morgen haben wir eine riiiesige Abalone bekommen. Wer Abalone nicht kennt, der hat definitiv etwas verpasst. Es sind eine Art Schnecken, die in verschiedenen Arten vorkommen. In Strandnähe kann man, wenn man weiß, wo sie sich befinden, einige rote Abalones finden. Dazu benötigt man aber meist etwas Fachwissen und eine Schnorchelausrüstung. Eigentlich ist es verboten diese Schnecken zu fangen, wenn man keine Lizenz hat, aber die konten wir uns an einem Sonntag nicht so spontan besorgen. Verkaufen dieser teuren Tierchen ist völlig tabu. Nur, wenn man sich sich widerum eine andere Lizenz besorgt, die über eine 1.000.000 $ kostet, darf man verkaufen. Aber es lohnt sich. Allein unser Fund ist bestimmt einige hundert Dollar wert. Die Chinesen und andere Asiaten bezahlen, besonders für frische Abalone ein horrendes Geld. Eigentlich findet man solch große Exemplare nur in 10-20 Meter tiefem Wasser, aber diese eine hat wohl nicht aufgepasst oder wurde von einem Hai vertrieben. Dann wurde sie in die Hände eines Franzosen gespült, der aber keine Abalone mag. Ich hatte das Glück die erste Person zu sein, die er traf, also hat er sie mir geschenkt. Auch arme Schweine haben mal Glück. Und was für eines.  
Wir haben das Fleisch aus der Muschel getrennt und in einer Marinade eingelegt. Dann kurz angebraten und auf frischem Ciabatta mit Romano Käse überbacken. Das war unglaublich köstlich. Jeder, der einmal das Erlebnis dieses Essens haben darf, kann sich glücklich schätzen.
Wahrscheinlich fragt ihr euch jetzt, warum das denn so toll ist und wie man sich so über eine einzige Muschel freuen kann...keine Ahnung, aber hier tickt man eben ein wenig anders. Genauso gefreut haben wir uns, als wir eine seltene Snowcrab essen durften. Sauteuer aber wahnsinnig lecker. Der einzige Mensch in Western Australia, der die Lizenz zum fangen und verkaufen hat, ist der Onkel von Duane, bei dem wir in Port Kennedy gewohnt haben. Nicht viele bekommen die Chance dieses zarte Krebsfleisch zu essen, weil es in Restaurants einfach viel zu teuer ist.

Heute nachmittag waren wir mal wieder in einer Eiscremefabrik und haben es uns gut gehen lassen. Danach ein kleines Weintasting und später gab es ein dickes Stück Romano aus der Käsefabrik. Vorher haben wir noch schnell in der Olivenöl- und Seifenfabrik gehalten und alles probiert, was dort angeboten wurde. Herrlich!
Leider ist das Wochenende nun wieder vorbei und das Bett ruft, damit es morgen nicht allzu schwer wird um halb sechs aus den Federn zu kommen.


15. Dezember 2011

Herzlichen Glückwunsch, SONJA :)))
Es ist soweit...morgen habe ich den letzten Arbeitstag. Roland darf noch eine Woche länger buckeln. Aber ich werde alles tun, damit ich auch noch eine Woche länger arbeiten kann. Vielleicht bekomme ich etwas auf einem anderem Weingut. Hoffentlich! Und dann ist auch schon Weihnachten. Unglaublich, wie schnell die Zeit hier vergeht. Wir werden definitiv noch eine Woche in Margaret River bleiben und uns dann schleunigst vom Acker machen. Einige tausend Kilometer liegen noch vor uns, die wir in den nächsten vier Wochen zu bewältigen haben. Dazwischen liegen weitere Millionen Orte, die es wert sind einen kurzen oder längeren Stop einzulegen. Es wird knapp, aber irgendwie werden wir es schaffen. Es reicht nicht ein Jahr in Australien zu bleiben. Nicht, wenn man arbeiten muss um sich die Weiterfahrt zu verdienen. Alles ist teuer hier. Gerade gestern haben wir nur für unsere Unterkunft (Miete für einen Monat) und die KFZ-Steuer zusammen 1.000 $ bezahlt. Zwei Wochen Arbeit für mich. Das schockiert und zwingt einen dazu länger zu arbeiten.

Am Samstag haben wir beide frei und werden wieder die Vorzüge dieses schönen Fleckchen Erde genießen können.


21. Dezember 2011

So...bald ist Weihnachten. Wir wünschen unseren Familien, allen Freunden und Verwandten und Bekannten ein wundervolles und besinnliches Weihnachtsfest. Und wenn ihr Weihnachten überstanden habt, dann rutscht gut ins neue Jahr. Wir werden euch sehr vermissen. Besonders der Heilige Abend wird definitiv andres verlaufen als in Deutschland. Schnief....ich weiß nicht, wie oft ist das schon gesagt habe, aber Australien hat einfach NULL (!!!!!!!) Tradition. Zu viel Gebimmel und Trara an Weihnachten auch nicht besonders besinnlich auf die Dauer, aber so gar nichts...naja...dann werden wir werden an Weihnachten eben Krokodil essen. Aber am 26. gibt es Rouladen. Komme was da wolle.

Dann feiert mal alle ganz schön und Mami, bitte trinke nicht so viel Jägermeister. Gib Chrischi etwas davon ab und bei Papi immer schön den Whiskey nachgießen. Prost! Wir vermissen euch alle sehr...!!!!

Zur Feier des Tages noch einige Bilder.


Aussichtsplattform bei Denham

Zoom von der Plattform. Dort tummelte sich manch gefährliches Getier. Aber dies ist nur ein Reef Shark.

Diese possierlichen Tierchen heißen Bilbys und sind sooo niedlich....!!!

Sonnenuntergang an der 'Big Lagoon'

Selten dämlich die Emus. Kilometerweit rennen sie vor dem Wager her, anstatt zur Seite zu laufen.  

Es sieht harmlos aus, aber 5 Minuten später steckten wir bis zum Hals im Sand. 

Nur mit einer Geschwindigkeit, die schon an Fliegen grenzte kamen wir durch diesen wahnsinnig tiefen Sand. Und ganz viel Daumen drücken. 

Ein altes Windrad auf dem Grundstück eines Gehöfts.

'Shell Beach'. Der Strand bestand nur aus weißen Muscheln. Zum Glück war ich schon recht braun. 

Close Up

Das war der schone Sprudelpool, den wir nach unserem Ausflug im Francois Peron Nationpark ganz für uns allein hatten. Perfekt!




Der erste Pelikan in Port Kennedy.


Pink Lake

Fliegenalarm in Say Bay. Mindestens 300 um jeden Kopf. Schrecklich!

Fröhlich ist anders.

Super entspannend!

Perth. Ein Foto ohne Regen.

Wahnsinnig imposant! Und steil!

Karijini Nationalpark

Schön, oder?

NAch den Wanderungen gibt es meist eine wundervolle Abkühlung.

Natur pur.

Der 'Spider Walk'. Tollster Spaziergang ever.

Verbrannte Erde im Karijini NP

Picknick

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Kinder...pinkelt nie in Steckdosen!

Wir sind immer noch in Margaret River. Die Brände sind gelöscht und heute hat es ganz viel geregnet. Die Regierung hat scheiße gebaut und muss sie wieder auslöffeln. Ich arbeite seit 2,5 Wochen auf einem Weingut und werde wahrscheinlich nie Kinder bekommen können. Roland hat bis jetzt das Leben genossen, ist surfen gegangen und hat sich von seinem Heuschnupfen erholt. Roland hatte heute seinen zweiten Tag auf einer BAustelle und durfte den ganzen Tag saugen. Ich hatte frei, weil es stark geregnet hat und die Arbeit in den Weinbergen einfach zu schwer und zu dreckig ist, wenn alles trieft. 

Hinweis für jeden, der in kurzer Zeit viel Muskelmasse zulegen und Gewicht verlieren möchte: Arbeitet doch einfach mal auf einem Weingut, das eigentlich schon vor einem Monat die Drähte zum stabilisieren der Weinstöcke hochziehen hätte müssen. "Guten Tag...mein Name ist Arnold. Arnold Schwarzenegger." Schön, wenn die T-Shirts an den Schultern anfangen zu spannen und sich ein Waschbrett durch das Oberteil abzeichnet. Bringt einem aber auch nichts, wenn man bei sengender Hitze mit 50+ Sonnenschutzfaktor, Schlapphut, Boots und langen Klamotten zwischen den Reben steht und fast auf eine Tiger Snake getreten wäre. Die sind selten und aber nicht selten tödlich. Muskeln helfen da nicht. Meine Kollegin und ich haben uns schnellstens vom Acker gemacht. Bis jetzt ist sie nicht wieder aufgetaucht. TOLL!!! Die leben dort und wir fuchteln mit den Händen im undurchdringlichen Gestrüpp herum. Spinnen gibt es dort Millionen. Aber da die Arbeit so unglaublich hart ist, habe ich einfach aufgehört mich zu ängstigen. Ich würde sie nicht mit ins Bett nehmen, aber selbst die größeren Exemplare gehören einfach dazu. Und das allerbeste sind die Christmas Spider. Wahnsinnig süße Spinnen, von denen ich mir wirklich ein Risenkuscheltier wünschen würde. So wie die, die es auf dem Freimarkt bei den Losbuden gibt. Viel besser als das ganze Gelumps dort. Googelt die mal. Süüüüüß...mit Stacheln auf dem Rücken. 

Wir machen jetzt ein leckeres Thai-Curry aus einem riesigen Stück Beef Scotch Filet. Wir haben nämlich eine Küche, einen Kühlschrank, ein Bett und eine Dusche. Muss man ja immer wieder betonen. 

Hier noch ein kleiner Rückblick auf unsere Zeit auf einer typisch australischen Farm. Bilder gibt es tausende, aber leider ist unser Guthaben mal wieder fast am Ende und das Hochladen von Fotos würde gerade den Rahmen sprengen. Ich werde aber versuchen in den nächsten Tagen in ein Internetcafé zu kommen und von dort die Laderei starten. Wir haben nämlich wirklich einige sehr sehr schöne Aufnahmen. Bis denn dann und eine wunderschöne Adventszeit wünsche ich Euch. Hier wird übrigens Weihnachtsmusik im Supermarkt gespielt. Draußen herrscht einen Bullenhitze und drinnen laufen Verkäufer mit Elchhaarreifen rum. Sehr seltsam. Die Weihnachtsstimmung läuft hier gen Null. Gerade wurden wir zu einer Weihnachtsparty am Strand eingeladen...mit dem Hinweis bitte die Badesachen nicht zu vergessen. Ich hätte nichts gegen eine Feuerzangenbowle mit allen lieben Leuten dieser Welt einzuwenden. Am liebsten an dem Stand, an dem Sonja im letzten Jahr den riesigen Kessel geputzt hat :))) Sonja, Andrea, Jens...trinkt bidde eine für mich mit. Danke. Ihr fehlt mir.... 
 
Wahrscheinlich werden wir Weihnachten in Tasmanien sein. Aber vielleicht auch nicht. Irgendwie ändern sich unsere Pläne jede Woche. Auf jeden Fall wird es warm sein. 


Rückblick:

21. Oktober 2011

Seitdem wir den Cape Range Nationalpark am 10. Oktober verlassen haben, ist einiges passiert. Jetzt gerade sitze ich am Murchinson River auf einer Farm kurz vor Kalbarri. Vielleicht bleiben wir hier einige Tage, wenn die Farmbesitzer noch Platz für ein paar freiwillige Helfer haben. Hier werden gerade Zäune für die Schaf- und Rinderherden aufgebaut und deshalb könnte es sein, dass Hilfe nötig wäre. Gerade weil die Deutschen hier einen sehr guten Ruf als fleißige Arbeiter haben. Franzosen gelten als faul und hungrig. Gute Karten für uns.
Kurz nach unserer Ankunft hier hat sich uns die erste Schlange gezeigt. Eine der etwas giftigeren. Die Brown Snake schlängelte sich gemütlich zwischen unseren Füßen hindurch und ließ sich durch nichts nicht aus der Ruhe bringen. Auch nicht als Roland mich mit einer leicht panischen Stimme gebeten mich schleunigst zu entfernen. Normalerweise verschwinden sie immer ganz schnell, wenn sie Vibrationen im Boden spüren, aber da es gerade Sommer wird, genießen sie die Wärme und scheinen etwas übermütig zu werden. Jetzt steht griffbereit ein großer Spaten, den wir von der Farm bekommen haben, neben dem Auto und wartet darauf der nächsten Schlange den Kopf abzuschlagen. Hört sich grausam an, aber sollen wir so machen. Okay......! Viel Spaß dann, Roland! Und vor einer Stunde ist eine weitere Schlange angekommen. Bis dahin waren wir mutterseelenallein auf dem wunderschönen und idyllisch gelegenen Campingplatz direkt am Fluss. Wir haben uns über die niedliche Küche gefreut, in der wir später lecker kochen möchten und die Ruhe genossen, die hier zwar nicht selten vorkommt, aber dafür immer wieder schön ist. Zu früh gefreut....sieben Autos, vollgestopft mit Asiaten, kamen auf uns zu und fuhren glücklicherweise ca. 100 Meter an uns vorbei, um dort ihr Lager aufzuschlagen. Gerade eben ist jeder Einzelne an mir vorbei gelaufen und mit viel Essen beladen Richtung Küche marschiert. Ich habe mitgezählt. Es waren 36. Dann gibt es heute wohl doch nichts zu essen. Die Küche ist auf jeden Fall gut gefüllt.

Hier hoppeln auch einige kleine Lämmer herum. Twitschy und Abbey. Total niedlich.
Eben haben wir noch einen kleinen Ausflug auf die andere Seite des Flusses gemacht. Der Weg führte über eine Brücke, die ziemlich morsch aussah. War sie auch. Aber wir sind trockenen Fußes auf die andere Seite gelangt. Eine wunderschöne sandige Uferlandschaft erwartete uns am anderen Ende Brücke. Roland versuchte wieder mal sein Glück einen Fisch zu fangen, aber wir werden wohl wieder vegetarisch essen (falls wir einen Platz in der Küche bekommen sollten). Auf dem Rückweg habe ich ein ziemlich großes Känguru gesehen. Ein „Red“. Die sind größer als die kleinen Bergkängurus und Wallabies und haben, wie der Name schon sagt, ein rotes Fell. Es war mindestens zwei Meter groß und könnte mich ohne Probleme krankenhausreif boxen. Roland ist etwas mutiger als ich und bleibt ohne Nachzudenken bis zur Dämmerung in unzivilisiertem Territorium. Ich bin, seitdem wir in Australien angekommen sind, zu einem richtigen Schisser mutiert. Sobald es dunkel wird, wittere ich überall Gefahren. Oder wenigstens Gründe, die zur Panik führen könnten. Spinnen kommen pünktlich zum Sonnenuntergang heraus und rotten sich zusammen um mir den Weg zurück zum Camp zu blockieren, und Riesenschlangen hängen von den Bäumen und lassen sich fallen, um naive Backpacker in einem Rutsch zu verschlingen. Ganz zu schweigen von dem wilden Bullen, der sich hier irgendwo herumtreibt. Also bleibe ich im Dunkeln lieber in der Nähe des Autos. Ah...die Chinesen machen Feuer. Dann ist die Küche vielleicht halbwegs leer. Ich checke das mal eben.

23. Oktober 2011

So. Wir haben ein neues zu Hause. Die nächste Woche werden wir hier auf der Farm bleiben und helfen neue Zäune für die Ziegen zu bauen. Mitten im Busch, harte Arbeit, gleißende Hitze und viele wilde und gefährliche Tiere. Jeden Morgen geht es mit dem Pick Up weit in das riesige Gelände hinein (eine Stunde Fahrt). Die Farm erstreckt sich auf ca. 70 Kilometer in der Länge und um etwa 40 Kilometer in der Breite. Recht groß also. Irgendwo rennt immer noch dieser wilde Bulle herum. Vorsicht ist also geboten. Er heißt Red und reagiert ziemlich stark auf rote Farben. Glücklicherweise ist das einzige Rote, das wir besitzen, eine 4 Liter Box Rotwein. Diese Kartons werden hier 'Goon' genannt. Ein Typ hat uns erzählt, das Wort komme von den Aborigines. In deren Sprache heiße 'Goon' übersetzt 'Kopfkissen'. Und da die Aborigines sehr viel und günstigen Alkohol bevorzugen, trinken sie teilweise einen ganzen Karton 'Goon'. Wenn sie danach zu müde und betrunken sind um nach Hause zu laufen (was sehr häufig vorkommt) dann blasen sie einfach den Beutel auf, in dem der Wein in dem Karton frischgehalten wird, und benutzen ihn als Kopfkissen. Logisch, oder? Wir haben es ausprobiert und es funktioniert. Gute Idee. Das wird garantiert noch viel öfter von Backpackern als von Aborigines in Anspruch genommen. Da gibt es nämlich auch einige Trunkenbolde.
Allerdings wurden wir vor kurzem eines besseren belehrt. Das Wort 'Goon' ist zwar auch ein Wort aus dem Wortschatz der Aborigines, allerdings bedeutet es soviel wie 'trinken' oder 'Platz, an dem man trinkt'. Aber der Lacher war auf Roland Seite, als er seine Geschichte mit dem Kopfkissen erzählt hat.

Wir haben ein kleines Zimmer bezogen, in dem normalerweise die Schafscherer unterkommen. Mit einem richtigen Bett. Das erste Bett seitdem wir vor fünf Monaten in Australien angekommen sind. Herrlich. Jetzt sitzen wir auf der überdachten Terasse und Roland klimpert auf der Ukulele. Direkt vor uns stehen einige Quads, die für Safaris bereit stehen. Auf der anderen Seite des Flusses liegen Kanus für Touristen, die damit den Fluss und den angrenzenden Nationalpark erkunden können.
Morgen geht’s auf die benachbarte Farm zu Reiten. Die zwei anderen Wwoofer (Willing Workers On Organic Farms), haben von der Chefin einen Reitausritt geschenkt bekommen, weil sie in letzter Zeit so gut gearbeitet haben. Ich komme einfach mal mit und schaue, ob ich irgendwie auch eine Chance auf einen kleinen Ritt bekommen.

Die kleinen Lämmchen laufen einem ständig zwischen den Beinen herum. Ein weißes Lämmchen hat gestern einen riesigen See im Wohnzimmer hinterlassen. Und wenn es hungrig ist, dann knabbert es einem immer am Ohrläppchen, wenn man es auf dem Arm hält. Total süß.
Gleich fahren wir nach Kalbarri und gucken uns das Städtchen an. Wir sind genau zum richtigen Zeitpunkt angekommen. Heute ist Sonntag und es wird nicht sehr hart gearbeitet. Aber ab morgen geht es rund. Hank, ein Holländer und weiterer Freiwilliger, hat mir eben geholfen passende Handschuhe und Stiefelgamaschen und eine alte Hose für die Arbeit im Busch zu finden, damit die Gefahr vom Gestrüpp und von den Insekten verletzt zu werden ein wenig gemildert wird. Roland hat glücklicherweise noch die Schutzkleidung von der Baustelle.

Anfang November:
Nach einer Woche auf der Farm sind wir wieder auf der Spur.

Als nächstes folgt alles, was seit Anfang November geschehen ist. Leider ist es nicht einfach sich nach einem harten Arbeitstag aufzuraffen und die Augen offen zu halten. Aber vielleicht regnet es morgen wieder und ich habe frei.

Sonntag, 20. November 2011

Das Leben ist schön...!

20. Oktober 2011 

Wir sind insgesamt sieben Tage am Ningaloo Reef im Cape Range Nationalpark geblieben und haben dort dem Wind getrotzt. Schnorcheln war an den letzten Tagen leider nur bedingt möglich, weil die Strömungen sehr stark waren und eine Menge Sand und Seegras aufgewirbelt haben, so dass die Sicht unter Wasser ein wenig eingeschränkt war. Trotzdem haben wir noch einige Haie und viele kunterbunte Fische sehen können. Ein paar Kilometer nördlich des Parks haben sich Loggerhead Turtles und Green Turtles einen Raum geschaffen, der unter Schildkröten ein beliebten Ort für deren Paarung darstellt. Als wir dort ankamen, lagen schon diverse Riesenschildkröten am Strand in der Sonne und haben sich von dem, anscheinend sehr erschöpfenden, Akt erholt. Jedes Jahr ist es das gleiche Spiel. Tausende von Schildkröten treten den langen Weg zu ihren Geburtsort an, um dort selbst Eier am Strand abzulegen. Dann verschwinden sie wieder, nur um im nächsten Jahr wieder zu kommen. Leider überleben nur die wenigsten der kleinen Racker, weil die Brutgebiete nur so wimmeln vor natürlichen Feinden wie Haien, anderen großen Fischen und Raubvögeln.

Unser nächster Stopp sollte das 'Red Bluff' sein. Wunderschön in einer Bucht gelegen nördlich von Carnarvon. Zwischendurch haben wir noch auf einer Schaf- und Ziegenfarm geschlafen, die unter anderem auch südamerikanische Ziegen züchtet. Sehr lustige Tiere. Sie sehen ein wenig aus wie Schafe und haben einen ganz langen und sehr dicken Schwanz und liefen ständig um unser Auto herum. Von der 'Bullara Station' sind wir direkt nach Carnarvon gefahren und haben auf einen netten Job gehofft, der unsere Reisekasse wieder ein wenig auffüllen würde. Carnarvon ist sehr bekannt für seine Obst- und Gemüseplantagen und versorgt Australien mit bis zu 80% aller Bananen. Das Visitor Center sagte uns, dass wir direkt zu den Farmen fahren sollten und nach Arbeit fragen sollten. Die erste Farm war eine Cocktailtomatenfarm und sah sehr vielversprechend aus. Nach einem kurzen Gespräch mit der vietnamesischen Besitzerin, von dem wir nur die Wörter 'Chop chop' und höchstens 20% aller Wörter verstanden haben, entschieden wir uns dazu weiter zu fahren. Sie machte uns zwar ein Angebot, aber dafür würden es sich selbst die unter bezahlten asiatischen Hilfskräfte dreimal überlegen zu arbeiten. Also versuchten wir unser Glück auf der benachbarten Bananenfarm. Gute Bezahlung, aber für mich leider nicht machbar. Roland hätte sofort angefangen zu arbeiten, aber ich denke es ist besser einen Job zu machen, der für uns beide tragbar ist. Wir sollten mit der Machete Bananenblätter von den Stauden schneiden. Hörte sich anfangs richtig toll an. Ein bisschen Indiana Jones spielen und sich den Weg im Dschungel frei zu kämpfen. Das Manko war, dass ÜBERALL Spinnen zwischen den Stauden hingen und die vorher entfernt werden sollten. Alles klar. Die Kleinen sind ja okay, aber nicht die Großen! Ein kurzer Blick in die Plantage reichte aus um sagen zu können, dass wir erst mal weiter gucken wollten. Die restlichen Farmen, die wir anfuhren benötigten keine weiteren Helfer um somit haben wir nur eingekauft, uns direkt auf den Farmen mit dem köstlichsten und endlich auch günstigem Obst und Gemüse und mit frischen Kräutern versorgt und sind weiter zum 'Red Bluff' gefahren.

Die Strecke führte uns an den 'Blowholes' vorbei. Bei starkem Wellengang entsteht ein enormer Druck an der felsigen Küste und das Wasser wird durch Löcher meterweit in die Höhe gepustet. Das war der Fall als wir dort ankamen. Wahnsinn, welch ungemeine Kräfte auftreten können, wenn das Meer daran gehindert wird sich auszubreiten. Eine Stunde später und Millionen Huckel weiter auf der 'Dirt Road', erreichten wir die Zufahrt zum 'Red Bluff'. Durch tiefen Sand ging der Weg einen Hügel hinauf und ein bombastischer Ausblicke bot sich uns. Es war einfach nur perfekt! Eine türkise große Bucht lag zu unseren Füßen und an den Grashängen sah man vereinzelt Zelte und Campertrailer stehen. Eine unglaubliche Ruhe ging von diesem Platz aus. Nur die Brandung hatte es in sich. Für die nächsten Tage war ein dicker Swell angesagt. Also nicht nur ein wunderschöner Campspot, sondern auch ein Surfmekka.
Am Ende der Bucht bricht eine unglaublich schöne Welle, die für Anfänger allerdings ungeeignet ist. Sie bricht direkt über einem recht gefährlichen Riff und selbst die Einheimischen haben teilweise Probleme sie zu bändigen. Wir haben bis jetzt bedauerlicherweise immer noch keine Surfbretter kaufen können (entweder Schrott oder zu teuer), aber Roland hat ein Brett von Mark bekommen, das er nutzen konnte. Zufälligerweise, als wir ankamen, ist auch Mark, ein Freund von uns, der jetzt in Perth lebt, mit einem Freund und dessen Sohn aus Deutschland, am Bluff angekommen. Glücklicherweise hatten sie genau neben uns die Luxus-Safarizelte bezogen, so dass wir immer eine Möglichkeit zum Kochen und Duschen hatten. Da es mal wieder sehr windig, wenn nicht gar stürmisch war, hatte unser Gaskocher Urlaub und wurde nur ein einziges Mal genutzt. Wir haben direkt an unserem Platz eine dicke Plane gefunden und uns ein lauschiges Plätzchen zwischen zwei Bäumen gebastelt. Mittlerweile sind wir ziemlich gut im improvisieren. So war es einigermaßen erträglich und wir konnten wenigstens in Ruhe frühstücken, ohne dass uns alles um die Ohren geflogen ist. Einmal haben wir einen Topf mit Reis vom Abend zuvor in unserem 'Wohnzimmer' stehen gelassen und wollten am nächsten Tag einen leckeren Fischkuchen daraus machen. Zu unserer Überraschung bekamen wir allerdings Besuch von einem Känguru, das von Roland dabei erwischt wurde, als es mit seinen Vorderpfoten und reisbedeckter Schnauze in unserem Reistopf hing und sich vollgefuttert hat. Leider gibt es kein Foto davon. Sam und Tanja, die wir dort natürlich auch wiedergetroffen haben, hatten sogar das Vergnügen, dass ein recht großes altes Känguru in deren Zelt gekommen ist und sich das verpackte Brot geschnappt hat. Wir hatten also noch Glück, dass es nicht in unserem Auto war.
Die Woche an diesem 'Magic Spot' war einfach nur schön. Später kam noch der Rest der Familie von Marks Freund und noch weitere Freunde von ihm aus Perth und wir hatten einige schöne Abende am Lagerfeuer, wilde Touren durch die Dünenlandschaften, Spaziergänge an den Steilhängen der schroffen Küste und vieles mehr. Ein paar Haie waren auch im Wasser als die Jungs sich in die Wellen gewagt haben. Aber niemandem ist etwas passiert. Menschen werden hier kaum angegriffen. Nur in und um Perth wurde heute schon der dritte Vorfall gemeldet. Das ist nicht mehr so lustig. Genau an den Plätzen, an die wir auch fahren werden, gab es Angriffe auf Menschen, die leider tödlich ausgegangen sind. Naja...das ist noch einige hundert Kilometer weit entfernt :)

Das nächste Ziel war nicht sehr weit entfernt. Südlich von Carnarvon sind wir zum Francois-Peron Nationalpark gefahren. Immer wieder erstaunliche Landschaften mit roter Erde, zerklüfteten Felsformationen und auch mal einfach Nichts. Im niedlichen Örtchen Denham kurz vor dem Park haben wir uns, wie immer, mit den nötigen Infos versorgt und sind zum ersten Campingplatz gefahren. Pünktlich zum Sonnenuntergang, der mal wieder mehr als spektakulär ausfiel, erreichten wir die 'Big Lagoon' und fanden einen tollen windgeschützten Platz zum übernachten und Abendessen kochen.

Am nächsten Morgen wurden wir früh wach und wurden noch vor dem Frühstück von einem Riesenschwarm Sandfliegen verscheucht. Nie wieder wollen wir die Qualen ertragen, die uns die letzten Stiche beschwert haben. Gerade noch rechtzeitig konnten wir den Platz verlassen und konnten einen kurzen Moment am Wasser genießen, in dem sich fröhlich ein paar Delfine tummelten. Schööööööön....!!! Der Track führte weiter durch ziemlich tiefen Sand und wir mussten aufpassen, dass wir nicht steckenblieben. Zum Glück hatten wir vorher unseren Reifendruck auf die Hälfte reduziert. Ansonsten wären wir bestimmt schon nach einigen hundert Metern einfach stehengeblieben. Leider erwies sich aber der Strand, den wir als nächstes ansteuerten als etwas zu sandig für unseren Wagen. Der Hinweg war okay, aber auf dem Rückweg hat sich unser kleiner Panzer im Sand festgefahren. Es war mittlerweile enorm heiß, aber was soll man machen in einem menschenleeren Nationalpark? Ich habe mit den Händen, und später mit meinem kompletten Körper im Boden gegraben und war nach wenigen Minuten schwarz. Roland nahm die Schaufel. Nach einer gefühlten Stunde hatten wir den Untergrund soweit präpariert, dass die Karre im ersten Gang Low Gear freikam und wir weiterfahren konnten. Schweißnass und mit dunklem Sand paniert gab es ein kurzes Bad im Meer und die Fahrt ging weiter. Die Wegverhältnisse wurden leider nicht viel besser, und die Gefahr sich erneut im Sand wälzen zu müssen wurde nicht geringer. Wir haben uns noch zum nächsten Strand, der zum Glück etwas einfacher zu erreichen war, vorgetastet und genossen einige Minuten des Friedens mit einem fantastischen Ausblick. Aber die Aussicht auf den wirklich sehr riskanten Rückweg ließ uns keine Zeit zum Angeln, Schwimmen, Schnorcheln oder wirklichem Entspannen. Mit recht hoher Geschwindigkeit (für diese Strecke) traten wir die Aufgabe an. Leider muss dort sehr schnell gefahren werden, weil man andernfalls schneller als einem lieb wäre, wieder steckenbleiben würde.

Durchgeschüttelt und dreckig erreichten wir unbeschadet die asphaltierte Straße und atmeten erst mal durch. Reifen aufblasen und weiter. In Denham brauchten wir ein wenig Energie und plünderten die dortige Bäckerei. Die nächste Nacht verbrachten wir weit entfernt vom Nationalpark auf einer ehemaligen Schaffarm. Wie auf allen Farmen gab es dort viele Spinnen, aber das ist mittlerweile Pillepalle. Aber dort gab es etwas, was es anderswo nicht gibt. Einen heißen Pool, der von einer unterirdischen heißen Quelle gespeist wird. Das war mal richtig entspannend. Eine bunte Lichterkette hing über dem Becken und per Knopfdruck konnte man sogar noch Blubbern zuschalten. Herrlich. Das berühmte Monkey Mia haben wir ausgelassen. Dort kann man Delfine füttern und zugucken wie sie gefüttert werden. Es ist allerdings ein Resort und man muss bezahlen, um an diesem großen Ereignis teilzunehmen. Wir hoffen, dass wir demnächst einige Delfine in Freiheit sehen können. Nächste Station: Irgendwo weiter südlich, Richtung Perth.

Fotos vom Paradies folgen...

Mittwoch, 16. November 2011

Erobert im Sturm

Nächster Step. Wir sind übrigens gerade in Margaret River. Der schönste Fleck der ganzen Welt. Wein, Weib und Gesang :)


5. Oktober 2011

So. Wir sind da angekommen, wonach wir uns gesehnt haben. Seit Tagen wissen wir nicht, welchen Tag wir haben (aber der PC weiß Bescheid). Die Tage verbringen wir mit Essen, relaxen, schnorcheln, Strandspaziergängen und Nichtstun. UND...Windprotektoren bauen. Das nahm in den letzten Tagen und Nächten einen sehr großen Teil unserer Zeit in Anspruch. Aber da wir davon im Moment ein wenig unserer Zeit erübrigen können, ist das nicht so tragisch.
Vor ca. fünf Tagen sind wir im Cape Range National Park angekommen. Pünktlich zwei Tage vor Beginn der Schulferien. Wir konnten uns nach der ersten Nacht im Notcamp einen schönen Platz direkt am Strand sichern und teilen dieses wunderschöne Stück Natur nur mit sechs anderen entspannten Campern und einer Menge Tiere. Kängurus hoppeln Tag ein Tag aus durch die Gegend, weiß-pinke Kakadus versuchen einige Brotkrumen zu erhaschen und Spinnen und Schlangen umkreisen, meist für unsere Augen unsichtbar das Camp. Ganz zu schweigen von der enormen Tiervielfalt im Meer. Dieser Nationalpark kann wahrscheinlich nur vom Great Barrier Reef im Osten Australiens getoppt werden. Wenn überhaupt. Der Vorteil hier ist, dass man direkt vom Strand das Riff sehen kann und nach ein paar Paddelschlägen die ersten ersten Papageienfische und Schildkröten sehen kann. Mit etwas Glück kommt man in die Nähe einiger Haie. Wir haben schon Haie gesehen. Allerdings sind diese Reef Sharks etwas kleiner und Fischfresser. Trotzdem wird einem beim Anblick dieser wahnsinnig schnellen und sehr scheuen Minihaie recht mulmig zu Mute. Die Form und der typische Schnitt des Kopfes entspricht haargenau dem ihrer großen Verwanden. Heute war ein perfekter Schnorcheltag. Der Wind flachte ein wenig ab und wir konnten zwei Tauchgänge machen. Der Park bietet mehrere Spots an denen man tauchen kann. Wir favorisieren das Riff, das genau vor unserer Nase liegt. Lakeside. So heißt auch unser Campingplatz. Viele Tagesgäste denken genauso wie wir und haben die Möglichkeit hier zu parken. Heute morgen waren wir nach dem Frühstück voller Vorfreude, hatten unsere Badesachen an und die Schnorchelausrüstung in der Hand, als plötzlich ein Inder vor uns stand. Er kommt eigentlich aus Südafrika, wohnt aber jetzt in Perth. Eigentlich denkt man ja, dass Afrikaner ein Händchen für Sand haben. Nicht so unser lieber Gast. Er hatte sich mit seinem 2-Rad-Antrieb-Normalo-Dödel-Auto im tiefen Sand festgefahren. Okay...passiert. Nachdem wir mit vereinten Kräften versucht haben den bis zur Motorhaube versackten Wage wieder freizubekommen, haben wir ihn mit unserem Panzer herausgezogen. Gut, dass wir einen 4WD haben. Schafft man es allerdings hier nicht allein oder mit Hilfe anderer aus dem Sand zu kommen, dann hat man zwei Probleme. Erstens sind Handys hier nutzlos, weil es keine Netzabdeckung gibt, und falls man jemanden mit einem Funkgerät gefunden hat, dann muss man, hier kommt das zweite Problem, 1000 $ (!!!!) bezahlen um sich von einem Fahrzeug aus der Stadt wieder herausziehen zu lassen. Wahnsinn, oder? Glücklicherweise befinden sich eigentlich immer irgendwelche Wagen mit genug Power in der Nähe. Und das einzige was die Helfer in der Not hier an Bezahlung von einem verlangen, ist, dass man dem nächsten Menschen hilft, wenn dieser in Not ist. Das ist toll. Die Menschen hier sind wirklich sehr hilfsbereit und meist ausgesprochen erfahren. Kein Wunder...hier kommt jeder über kurz oder lang in eine Situation, die Hilfe erfordert. Auch wir haben schon davon profitiert und konnten diese Hilfe nun weitergeben.


Ich bin dann mal weg...

A lonesome Snorkler

Die war wirklich schön. Aber nur von weit weg.

Genau wie die kleine Schwester Thekla.

Sehr tiefer Sand, aber mit viel Anfeuerung von Sam und Tanja haben wir es geschafft zurückzukommen. Ein wunderschönes Fischerparadies am Neds Camp im Nationalpark.

Sonnenuntergang am Lakeside Camp, unserem homespot. 

Tanja, ein dänische Backpacker (der aber nur dänisch getan hat, und den ich als Deutschen entlarvt habe) und ich haben die Mandu Mandu Gorge erkundet als es zu windig zum schnorcheln war. 

Unser Beitrag zum Sandburgenwettbewerb. Die Schnorchlerin.


Die Jungs waren mal wieder fischen. Jetzt schon zu dritt. Kirk und Kathy sind zu uns gestoßen.

Die Korallen können sehr spitz sein. Beim rückwärts tauchen ist es schwer etwas anderes zu beobachten als die Fische.

Unser Blick vom Cockpit in den hinteren Teil des Wagens. Voll.



Gestern waren wir in der „Stadt“ und haben unsere Vorräte aufgefüllt. Und Roland hat sich eine Angel gekauft. Bis jetzt haben wir nur mit unseren Handleinen gefischt, aber wir hoffen auf den großen Biss mit der neuen Angel. Jetzt gerade sitzt er mit Sam am Strand und versucht unser Abendessen zu sichern. Zur Not werden wir die frischen Prawns essen, die unsere Nachbarn uns mitgebracht haben.

Der Wind ist nicht mehr ganz so schlimm wie an den letzten Tagen. Der Regen hat sich verzogen und die rasselnde Plane, die unser kleines Gepäckzelt vor Regen geschützt konnte abgebaut werden. Die Nächte waren sehr anstrengend. Roland hat geschlafen wie ein Baby, aber ich bekam kein Auge zu. Die Plane machte ständig „flap...flap...flap...flapflapflap...flapflapflapflapflap!“ und dann wurden die Heringe von der Wucht des Sturms herausgerissen und ich musste raus in den kalten Wind und alles wieder befestigen. Ganz toll, wenn man die Kontaktlinsen nicht mehr auf den Augen hat. Aber das Zelt hat überlebt. Und wir können jetzt wieder in Ruhe schlafen. Es ist zwar noch sehr windig, aber das ist normal zu dieser Jahreszeit. Der Wind wird uns auf der gesamten Reise an der Westküste begleiten. Typisch Norddeutsch eben.


6. Oktober 2011

WIND!!! Aber das macht nichts. Wir haben gestern entschieden unsere Zelte in zwei Tagen abzubrechen und weiter gen Süden zu fahren. Darum nutzen wir die letzten Möglichkeiten für weitere Schnorchelgänge (Tanja und ich) und fischen gehen (Roland und Sam). Leider ist der Erfolg noch nicht wirklich eingetreten, aber das ändert sich bestimmt. Die Strömung ist gerade sehr stark hier und das hat Einfluss auf die Fische. Schnorcheln war auch nicht gerade einfach, da man sehr schnell abgetrieben wird und es schwer ist auf einer Stelle und somit auch in einem sicheren Gebiet zu bleiben ohne sich nach einiger Zeit auf offener See wiederzufinden und mit den großen und gefährlichen Kreaturen in Kontakt zu kommen. In Strandnähe ist es der absolute Wahnsinn. Wir haben mittlerweile hunderte verschiedene Fischarten gesehen, die sich zwischen Korallen tummeln. Kleine blaue Putzerfische, die sich in den Korallen verstecken, riesige, bestimmt sehr leckere Fische, giftige Fische, in tausend verschiedenen Farben schimmernde Papageienfische, intelligent wirkende Doktorfische, geheimnisvolle Batfische, rosa, gelbe, orange, rote, grüne, lila, weiße, türkise, gestreifte, gepunktete, getigerte und wild gemusterte Fische, kleine und auch bis zu zwei Meter lange Rochen, Haie, Trompetenfische und, und, und. Viele Fische auf jeden Fall. Einfach wunderschön. Und da sich hier viele Familien tummeln, haben wir das Riff fast für uns allein, wenn wir etwas weiter raus schwimmen. Es ist zeitweise wie im Paradies. Man geht ein paar Schritte und schon sieht man keinen Menschen mehr. Der Sand ist weiß, das Meer türkis, der Himmel blau und die Berge im Hintergrund grün. Das Schöne an Nationalparks in Australien ist, dass die Kosten sich auf recht wenig belaufen. Man bezahlt einmal etwa 8 Euro Eintritt und jede Nacht, die man auf einem Campingplatz verbringt kostet einen weitere 5,50 Euro. Ein Schnäppchen im Gegensatz zu den teilweise Wucherpreisen außerhalb.

Heute habe ich mit Tanja beim „Kreaturen des Meeres – Sandburgenwettbewerb“ mitgemacht. Wir liefen außer Konkurrenz, weil die anderen Teilnehmer kleine Kinder und Familien waren. Egal, es hat eine Menge Spaß gemacht. Unsere Kreatur war eine Schnorchlerin. Obwohl wir keinen Preis bekommen haben, gab es einen tosenden Applaus von den anderen und viele Fotos wurden von unserer Strandschönheit geschossen. Danach ging es noch eine Runde zum Schorcheln (nachdem ich mir ein monströses Stückchen Holz aus dem Fuß gezogen habe) Leider keine Schildkröten, dafür aber Millionen anderer Schönheiten, die sich von der Strömung treiben ließen. Es ist einfach nur schön hier.

Trotzdem ist es Zeit zu gehen. Wir wollen vielleicht einige Tage auf einer Farm bleiben und uns dann mit einem Freund aus Perth und einigen seiner Freunde am „Red Bluff“ treffen. Das sind nur ein paar hundert Kilometer die Küste herunter. Dieser Ort ist in ganz Australien bekannt für seine Wellen. Massive und sehr große Brecher sind dort nicht selten und viele Profis kommen an diesen Spot um ihr Können unter Beweis zu stellen. Mmmmhhh.....! Ich werde wahrscheinlich ein paar Strandtage einlegen und mit einem Erste-Hilfe-Set immer zur Stelle sein. Roland freut sich schon sehr. Hoffentlich kann er eines der Bretter der anderen nutzen. Wir haben nämlich bis jetzt noch nichts Brauchbares gefunden. Finde ich eigentlich gar nicht soooo schlimm. Wahrscheinlich werden wir in Perth etwas Geeignetes für humane Preise finden. Südlich von Perth scheint es nämlich auch einige Strände für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis zu geben. Nicht nur für Freaks und Selbstmörder.

So, jetzt muss ich mal eben unser Wasser nachfüllen fahren. Der einzige Wasserhahn im Nationalpark befindet sich nur ein paar Kilometer von unserem Campingplatz entfernt. Es ist zwar kein Trinkwasser, aber wenigstens kann man damit abwaschen und sich die Zähne putzen. Mal schauen, ob dort wieder die Emus und Kängurus mit ihren Babys im Beutel rumlungern und darauf warten einige Wassertropfen zu ergattern. Emus sind im übrigen sehr dumme Tiere. Und ich wundere mich, warum sie für das Australische Wappen gewählt wurden.

Der Südafrikaner, den wir gestern aus dem Sand gezogen haben, hat uns heute übrigens eine Flasche Rotwein gebracht. Sehr sehr nett! Vielen Dank dafür.