Mittwoch, 16. November 2011

Erobert im Sturm

Nächster Step. Wir sind übrigens gerade in Margaret River. Der schönste Fleck der ganzen Welt. Wein, Weib und Gesang :)


5. Oktober 2011

So. Wir sind da angekommen, wonach wir uns gesehnt haben. Seit Tagen wissen wir nicht, welchen Tag wir haben (aber der PC weiß Bescheid). Die Tage verbringen wir mit Essen, relaxen, schnorcheln, Strandspaziergängen und Nichtstun. UND...Windprotektoren bauen. Das nahm in den letzten Tagen und Nächten einen sehr großen Teil unserer Zeit in Anspruch. Aber da wir davon im Moment ein wenig unserer Zeit erübrigen können, ist das nicht so tragisch.
Vor ca. fünf Tagen sind wir im Cape Range National Park angekommen. Pünktlich zwei Tage vor Beginn der Schulferien. Wir konnten uns nach der ersten Nacht im Notcamp einen schönen Platz direkt am Strand sichern und teilen dieses wunderschöne Stück Natur nur mit sechs anderen entspannten Campern und einer Menge Tiere. Kängurus hoppeln Tag ein Tag aus durch die Gegend, weiß-pinke Kakadus versuchen einige Brotkrumen zu erhaschen und Spinnen und Schlangen umkreisen, meist für unsere Augen unsichtbar das Camp. Ganz zu schweigen von der enormen Tiervielfalt im Meer. Dieser Nationalpark kann wahrscheinlich nur vom Great Barrier Reef im Osten Australiens getoppt werden. Wenn überhaupt. Der Vorteil hier ist, dass man direkt vom Strand das Riff sehen kann und nach ein paar Paddelschlägen die ersten ersten Papageienfische und Schildkröten sehen kann. Mit etwas Glück kommt man in die Nähe einiger Haie. Wir haben schon Haie gesehen. Allerdings sind diese Reef Sharks etwas kleiner und Fischfresser. Trotzdem wird einem beim Anblick dieser wahnsinnig schnellen und sehr scheuen Minihaie recht mulmig zu Mute. Die Form und der typische Schnitt des Kopfes entspricht haargenau dem ihrer großen Verwanden. Heute war ein perfekter Schnorcheltag. Der Wind flachte ein wenig ab und wir konnten zwei Tauchgänge machen. Der Park bietet mehrere Spots an denen man tauchen kann. Wir favorisieren das Riff, das genau vor unserer Nase liegt. Lakeside. So heißt auch unser Campingplatz. Viele Tagesgäste denken genauso wie wir und haben die Möglichkeit hier zu parken. Heute morgen waren wir nach dem Frühstück voller Vorfreude, hatten unsere Badesachen an und die Schnorchelausrüstung in der Hand, als plötzlich ein Inder vor uns stand. Er kommt eigentlich aus Südafrika, wohnt aber jetzt in Perth. Eigentlich denkt man ja, dass Afrikaner ein Händchen für Sand haben. Nicht so unser lieber Gast. Er hatte sich mit seinem 2-Rad-Antrieb-Normalo-Dödel-Auto im tiefen Sand festgefahren. Okay...passiert. Nachdem wir mit vereinten Kräften versucht haben den bis zur Motorhaube versackten Wage wieder freizubekommen, haben wir ihn mit unserem Panzer herausgezogen. Gut, dass wir einen 4WD haben. Schafft man es allerdings hier nicht allein oder mit Hilfe anderer aus dem Sand zu kommen, dann hat man zwei Probleme. Erstens sind Handys hier nutzlos, weil es keine Netzabdeckung gibt, und falls man jemanden mit einem Funkgerät gefunden hat, dann muss man, hier kommt das zweite Problem, 1000 $ (!!!!) bezahlen um sich von einem Fahrzeug aus der Stadt wieder herausziehen zu lassen. Wahnsinn, oder? Glücklicherweise befinden sich eigentlich immer irgendwelche Wagen mit genug Power in der Nähe. Und das einzige was die Helfer in der Not hier an Bezahlung von einem verlangen, ist, dass man dem nächsten Menschen hilft, wenn dieser in Not ist. Das ist toll. Die Menschen hier sind wirklich sehr hilfsbereit und meist ausgesprochen erfahren. Kein Wunder...hier kommt jeder über kurz oder lang in eine Situation, die Hilfe erfordert. Auch wir haben schon davon profitiert und konnten diese Hilfe nun weitergeben.


Ich bin dann mal weg...

A lonesome Snorkler

Die war wirklich schön. Aber nur von weit weg.

Genau wie die kleine Schwester Thekla.

Sehr tiefer Sand, aber mit viel Anfeuerung von Sam und Tanja haben wir es geschafft zurückzukommen. Ein wunderschönes Fischerparadies am Neds Camp im Nationalpark.

Sonnenuntergang am Lakeside Camp, unserem homespot. 

Tanja, ein dänische Backpacker (der aber nur dänisch getan hat, und den ich als Deutschen entlarvt habe) und ich haben die Mandu Mandu Gorge erkundet als es zu windig zum schnorcheln war. 

Unser Beitrag zum Sandburgenwettbewerb. Die Schnorchlerin.


Die Jungs waren mal wieder fischen. Jetzt schon zu dritt. Kirk und Kathy sind zu uns gestoßen.

Die Korallen können sehr spitz sein. Beim rückwärts tauchen ist es schwer etwas anderes zu beobachten als die Fische.

Unser Blick vom Cockpit in den hinteren Teil des Wagens. Voll.



Gestern waren wir in der „Stadt“ und haben unsere Vorräte aufgefüllt. Und Roland hat sich eine Angel gekauft. Bis jetzt haben wir nur mit unseren Handleinen gefischt, aber wir hoffen auf den großen Biss mit der neuen Angel. Jetzt gerade sitzt er mit Sam am Strand und versucht unser Abendessen zu sichern. Zur Not werden wir die frischen Prawns essen, die unsere Nachbarn uns mitgebracht haben.

Der Wind ist nicht mehr ganz so schlimm wie an den letzten Tagen. Der Regen hat sich verzogen und die rasselnde Plane, die unser kleines Gepäckzelt vor Regen geschützt konnte abgebaut werden. Die Nächte waren sehr anstrengend. Roland hat geschlafen wie ein Baby, aber ich bekam kein Auge zu. Die Plane machte ständig „flap...flap...flap...flapflapflap...flapflapflapflapflap!“ und dann wurden die Heringe von der Wucht des Sturms herausgerissen und ich musste raus in den kalten Wind und alles wieder befestigen. Ganz toll, wenn man die Kontaktlinsen nicht mehr auf den Augen hat. Aber das Zelt hat überlebt. Und wir können jetzt wieder in Ruhe schlafen. Es ist zwar noch sehr windig, aber das ist normal zu dieser Jahreszeit. Der Wind wird uns auf der gesamten Reise an der Westküste begleiten. Typisch Norddeutsch eben.


6. Oktober 2011

WIND!!! Aber das macht nichts. Wir haben gestern entschieden unsere Zelte in zwei Tagen abzubrechen und weiter gen Süden zu fahren. Darum nutzen wir die letzten Möglichkeiten für weitere Schnorchelgänge (Tanja und ich) und fischen gehen (Roland und Sam). Leider ist der Erfolg noch nicht wirklich eingetreten, aber das ändert sich bestimmt. Die Strömung ist gerade sehr stark hier und das hat Einfluss auf die Fische. Schnorcheln war auch nicht gerade einfach, da man sehr schnell abgetrieben wird und es schwer ist auf einer Stelle und somit auch in einem sicheren Gebiet zu bleiben ohne sich nach einiger Zeit auf offener See wiederzufinden und mit den großen und gefährlichen Kreaturen in Kontakt zu kommen. In Strandnähe ist es der absolute Wahnsinn. Wir haben mittlerweile hunderte verschiedene Fischarten gesehen, die sich zwischen Korallen tummeln. Kleine blaue Putzerfische, die sich in den Korallen verstecken, riesige, bestimmt sehr leckere Fische, giftige Fische, in tausend verschiedenen Farben schimmernde Papageienfische, intelligent wirkende Doktorfische, geheimnisvolle Batfische, rosa, gelbe, orange, rote, grüne, lila, weiße, türkise, gestreifte, gepunktete, getigerte und wild gemusterte Fische, kleine und auch bis zu zwei Meter lange Rochen, Haie, Trompetenfische und, und, und. Viele Fische auf jeden Fall. Einfach wunderschön. Und da sich hier viele Familien tummeln, haben wir das Riff fast für uns allein, wenn wir etwas weiter raus schwimmen. Es ist zeitweise wie im Paradies. Man geht ein paar Schritte und schon sieht man keinen Menschen mehr. Der Sand ist weiß, das Meer türkis, der Himmel blau und die Berge im Hintergrund grün. Das Schöne an Nationalparks in Australien ist, dass die Kosten sich auf recht wenig belaufen. Man bezahlt einmal etwa 8 Euro Eintritt und jede Nacht, die man auf einem Campingplatz verbringt kostet einen weitere 5,50 Euro. Ein Schnäppchen im Gegensatz zu den teilweise Wucherpreisen außerhalb.

Heute habe ich mit Tanja beim „Kreaturen des Meeres – Sandburgenwettbewerb“ mitgemacht. Wir liefen außer Konkurrenz, weil die anderen Teilnehmer kleine Kinder und Familien waren. Egal, es hat eine Menge Spaß gemacht. Unsere Kreatur war eine Schnorchlerin. Obwohl wir keinen Preis bekommen haben, gab es einen tosenden Applaus von den anderen und viele Fotos wurden von unserer Strandschönheit geschossen. Danach ging es noch eine Runde zum Schorcheln (nachdem ich mir ein monströses Stückchen Holz aus dem Fuß gezogen habe) Leider keine Schildkröten, dafür aber Millionen anderer Schönheiten, die sich von der Strömung treiben ließen. Es ist einfach nur schön hier.

Trotzdem ist es Zeit zu gehen. Wir wollen vielleicht einige Tage auf einer Farm bleiben und uns dann mit einem Freund aus Perth und einigen seiner Freunde am „Red Bluff“ treffen. Das sind nur ein paar hundert Kilometer die Küste herunter. Dieser Ort ist in ganz Australien bekannt für seine Wellen. Massive und sehr große Brecher sind dort nicht selten und viele Profis kommen an diesen Spot um ihr Können unter Beweis zu stellen. Mmmmhhh.....! Ich werde wahrscheinlich ein paar Strandtage einlegen und mit einem Erste-Hilfe-Set immer zur Stelle sein. Roland freut sich schon sehr. Hoffentlich kann er eines der Bretter der anderen nutzen. Wir haben nämlich bis jetzt noch nichts Brauchbares gefunden. Finde ich eigentlich gar nicht soooo schlimm. Wahrscheinlich werden wir in Perth etwas Geeignetes für humane Preise finden. Südlich von Perth scheint es nämlich auch einige Strände für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis zu geben. Nicht nur für Freaks und Selbstmörder.

So, jetzt muss ich mal eben unser Wasser nachfüllen fahren. Der einzige Wasserhahn im Nationalpark befindet sich nur ein paar Kilometer von unserem Campingplatz entfernt. Es ist zwar kein Trinkwasser, aber wenigstens kann man damit abwaschen und sich die Zähne putzen. Mal schauen, ob dort wieder die Emus und Kängurus mit ihren Babys im Beutel rumlungern und darauf warten einige Wassertropfen zu ergattern. Emus sind im übrigen sehr dumme Tiere. Und ich wundere mich, warum sie für das Australische Wappen gewählt wurden.

Der Südafrikaner, den wir gestern aus dem Sand gezogen haben, hat uns heute übrigens eine Flasche Rotwein gebracht. Sehr sehr nett! Vielen Dank dafür.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen