15. Juni, Broome
Nun sind wir schon seit dem 26. Juni in Broome und ich habe immer noch keine Arbeit. FRUSTRIEREND!!! Jeden Tag werden Bewerbungen geschrieben und die Suchmaschinen im Internet durchstöbert. Nun heißt es abwarten und Daumen drücken. Die ganzen französischen Backpacker und die Traveller von der Ostküste blockieren alles.
Roland ist seit etwas über Woche fleißig auf der Baustelle beschäftigt und macht seine Arbeit sehr gut. Ich bin sehr stolz auf unseren Ernährer. Nur morgens ist es recht schwer ihn aus den Federn zu bekommen. Um halb sieben wird das Lunchpaket gepackt, Roland bekommt ein Müsli und frischen Kaffee serviert und los geht’s zur Arbeit. Da wir nur ein Auto haben, bringe ich ihn jeden Morgen um 7 Uhr zur Baustelle und fahre danach neuerdings zum Yoga. Mannometer ist das anstrengend! Da merkt man erst, wie eingerostet man über die Jahre ohne intensives Training geworden ist. Was früher mit Leichtigkeit aus dem Körper herauszuholen war, ist nun eine Qual sondergleichen. Unsere Yogalehrerin ist ziemlich hart und bezeichnete sich selbst heute als Nazi, weil sie uns so leiden ließ. Viele der Schüler lachten. Ich nicht. Fand den Witz irgendwie nicht so lustig. Naja...wohl wieder mal ein Überbleibsel der schwarzhumorigen Engländer. Der Kurs geht jeden Tag von 7:30 bis 9:00 Uhr. Die erste halbe Stunde benötigt der Körper einigermaßen flexibel zu werden, um danach Gas zu geben und die verschiedenen Positionen versuchen zu halten. Sonja...nun weiß ich wie anstrengend und schwer zu erreichen diese dusselige „Dog“ Position ist. Leider ist das der Liebling der Trainerin. Ich breche jedes mal innerlich zusammen, wenn das Wort „Dog“ zu hören ist. Aber mir wurde gesagt, dass es irgendwann besser wird. Heute war der zweite Tag, also bin ich noch frohen Mutes, dass mein Körper irgendwann ein wenig flexibler wird. Dem Rücken tut es auf jeden Fall sehr gut. Das merke ich schon nach diesen ersten Lektionen.
Nach dem Yoga ist wieder Hausarbeit angesagt. Abwaschen, putzen, Wäsche waschen, frühstücken und einen Job suchen. Dann Einkaufen, manchmal kurz zum Strand, Roland von der Arbeit abholen und kochen. Eben bekam ich den Tipp, dass ein Restaurant Personal sucht. Dort werde ich gleich mal vorsprechen.
Im Moment leben wir auf einem Campingplatz, der direkt an der Straße liegt. Nicht sehr schön, aber wenigstens haben wir einen Stellplatz, Duschen und Toiletten. Da die die Schulferien in Western Australia begonnen haben, und es eigentlich unmöglich ist für eine längere Zeit unterzukommen, können wir sehr froh sein, wenigstens einen Platz ergattert zu haben. Eigentlich würden wir auch gerne wieder raus aus der Stadt. Ist alles zu laut hier. Es ist viel schöner irgendwo im Busch zu schlafen. Zwar gibt es dort mehr Mücken und giftige, wilde, Menschen fressende Tiere, aber es ist wenigstens ruhig. Das war das Schöne an unserem Exkurs durch die Kimberley´s. Wir hatten immer die Möglichkeit irgendwo an einem Fluß von der Straße abzubiegen und an einem verlassenen Ort unser Lager aufzuschlagen. Dort konnte man abschalten von der schrecklichen „Straße“ und den Sonnenuntergang genießen. Seitdem wir die Gibb River Road verlassen haben gab es nie wieder die Möglichkeit den Sternenhimmel in so einer Pracht anzusehen. Das war nur möglich, wenn es keine störende Lichtquelle in kilometerweiter Entfernung gab. Wir fiebern unserer Abfahrt aus Broome entgegen um endlich wieder das Kreuz des Südens am Himmel leuchten zu sehen.
Hier gibt es allerdings ein garantiert nicht weniger spektakuläres Ereignis. Einmal im Monat zwischen März und Oktober bei Vollmond, ereignet sich ein Naturschauspiel, das sich „Staircase to the moon“ nennt. Während extremer Ebbe spiegelt sich der Vollmond im Schlamm und es entsteht das Bild einer Treppe, die bis zum Mond reicht. Dieses Ereignis wird hier sehr stark promotet und es gibt Poster, Postkarten, T-Shirts, Tassen und Mousepads mit einem Abbild der Treppe zu kaufen. Wir sind gespannt. Ich denke, dass es wirklich wunderschön sein wird. Gleichzeitig wird am Strand ein Markt statt finden und jeder bringt seine Kühltasche mit um am Strand zu essen, zu trinken oder zu feiern.
Am Montag gibt es ein weiteres Spektakel zu sehen. Dinosaurierfussabdrücke!!! Toll, oder? Wieder nur zu sehen bei totaler Ebbe. Diesmal um 6:30 Uhr. Ich hoffe, dass ich es schaffe Roland aus dem Bett zu holen. Hoffentlich kann man die auch ohne Fernglas sehen. Wenn nicht, bin ich mir sicher, dass einer der Millionen älteren Touristen bestimmt eines dabei hat und wir vielleicht einen Blick riskieren dürfen. Die meisten Tourigroßeltern sind wirklich sehr nett hier, aber es gibt auch ein paar Muffelköppe. Aber auf jeden Fall weniger als in Deutschland. Australien ist wirklich eine extrem große Campernation. Unglaublich, dass sich die Generation der Groß- und Urgroßeltern noch traut auf dem Boden zu schlafen und über große Geröllhaufen zu kraxeln. Respekt!
Leider ist die Situation der Aborigines hier nur ein wenig besser als in Darwin. Es scheint, als wären sie nur geduldete Bewohner, die meist gar nicht beachtet werden. Im Gegenzug dazu werden die Weißen von den Ureinwohnern hier auch meist nicht eines Blickes bedacht. Gestern zum Beispiel war ich einkaufen und vor mir an der Kasse stand eine Aboriginefrau. Ich grinse hier alle immer an und freue mich, wenn jemand zurück lächelt. Naja. Also die Frau verlor ihren Geldbeutel und rutschte er unter ein Regal. Ich bückte mich selbstverständlich und gab es ihr mit einem offenen Lächeln zurück. Sie würdigte mich keines Blickes, riss mir das Portemonnaie aus der Hand und drehte mir grimmig den Rücken zu. Okay.....!!! So weit ist es also gekommen. Gebt doch endlich den Ureinwohnern ihr rechtmäßig zustehendes Land wieder. Das hat man davon, dass man dieses Volk aus ihrer Tradition gerissen hat. Ich konnte irgendwie gar nicht böse sein, weil sie mir einfach nur leid tat. Es ist wirklich eine Schande mit anzusehen, was passiert, wenn man Lebewesen entwurzelt. Trotz der vielen Proteste, die hier zu Lande gerade stattfinden, ändert sich gar nichts an der Situation. Überall lungern kleine Grüppchen von Aborigines herum und betrinken sich. Gesponsert von der Regierung, damit sie keinen Ärger machen und ab damit auf das Abstellgleis. Einfach nur traurig, wenn man in die stumpfen Augen blickt und keine Freude mehr darin entdecken kann. Die nächste Generation wird es wahrscheinlich ein wenig leichter haben, wenn sie es schaffen sich in die Bevölkerung einzugliedern und die Chance bekommen zur Schule zu gehen. Es wird immer mehr Mischlinge geben und bald ist die Rasse der Aborigines ganz ausgestorben.
Danke Mami und Papi, dass ihr eben angerufen habt. Ist immer wieder schön eure Stimmen zu hören. Vielen Dank, dass ihr da seid und so viel für mich macht. Ich vermisse euch freue mich schon, wenn ich euch das nächste Mal am Ohr habe.
Falls uns irgend jemand zwischendurch mal erreichen, dann könnt ihr gerne die 0061 487699763 wählen und uns anrufen. Ich auch gar nicht soooo teuer. Mit Billigvorwahl sogar teilweise nur 5 Cent pro Minute.
Dies war wieder nur eine
Ich werde jetzt einen kleinen Ausflug mit unserem Truck machen und bei dem Restaurant „The Black Pearl“ vorstellig werden. Vielleicht haben die ja einen Job für mich.
Bis bald...
So sah die "Straße" aus, die uns viele Nerven und zwei kaputte Reifen gekostet hat. Die Gibb River Road.
Reifenkauf in Imintji.
Kraxelei zum nächsten Wasserfall.
Roland in "The Grotto"
Eigentlich das Revier dieses Leguans, aber er ließ uns baden.
Unser Nachtlager haben wir direkt dort aufgeschlagen. Ein Glück hatten wir ein Auto.
Der Mann feuert den Ofen an, die Frau kocht.
Mal wieder früh wach gewesen.
Das war im Windjana National Park. Weil wir kein Geld mehr hatten, durften wir gratis rein.
Im Schatten lauerten einige Krokodile.
Da war schon eins...ganz schön gruselig.
In Massen waren sie nicht zu empfehlen.
Es gab auch friedliche Bewohner.
und weniger friedliche...
es war einfach nur wunderschön dort.
komische Leute...
ASPHALT...!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Broome
Vor der Arbeit. Totale Motivation!